Die Kaiserschnitt-Narbe: Heilung, Pflege und Warnzeichen
Die Narbe ist das, was vom Kaiserschnitt sichtbar bleibt. Meist heilt sie problemlos und wird mit der Zeit blass und flach. Hier steht, was in welcher Phase normal ist und wann Sie sie ärztlich anschauen lassen.
Aktualisiert am 13. Oktober 2026 · Quellen geprüft am 13. Oktober 2026
Kurz gesagt
Die Kaiserschnitt-Wunde verheilt außen meist innerhalb von etwa zwei Wochen. Halten Sie sie sauber und trocken, tragen Sie weite Kleidung und hohe Slips, die nicht reiben. Taubheit um die Narbe ist normal und kann Monate dauern. Zunehmende Rötung, Schwellung, Schmerzen, Fieber oder Flüssigkeit aus der Wunde sind Zeichen einer Infektion: Dann rufen Sie Hebamme oder Ärztin an.
Wie die Narbe heilt: Zeitstrahl
| Zeitraum | Was passiert | Was Sie tun |
|---|---|---|
| Tag 1 bis etwa 2 | Verband über der Naht; das Fachpersonal versorgt die Wunde | Ruhen, beim Aufstehen helfen lassen |
| Erste Tage | Verband wird meist in der Klinik entfernt, Duschen ist möglich | Nichts reiben lassen, weite Kleidung |
| Etwa 2 Wochen | Die Wunde ist außen verheilt; selbstauflösende Fäden lösen sich auf, andere werden nach 8 bis 10 Tagen gezogen | Sanft waschen und trocken tupfen |
| Erste Wochen | Druckempfindlich, ziehend, manchmal schmerzhaft | Nichts Schweres heben |
| Monate | Taubes oder pelziges Gefühl um die Narbe | Geduld; Veränderungen ansprechen |
| Langfristig | Die Narbe ist anfangs rot, wird mit der Zeit blasser; auf dunkler Haut kann sie bräunlich oder hell bleiben | Bei Beschwerden zur Frauenärztin |
Quellen: familienplanung.de, gesundheitsinformation.de (IQWiG), NHS.
Die äußere Hautnaht ist nur die oberste von mehreren Schichten. Der Kaiserschnitt ist eine große Bauchoperation, bei der mehrere Schichten durchtrennt werden und wieder zusammenwachsen müssen (familienplanung.de). Deshalb dauert es innen länger als außen, und deshalb kann es laut IQWiG Wochen oder Monate dauern, bis Sie die Folgen des Eingriffs nicht mehr spüren.
Narbe pflegen: die Checkliste
Taubheit, Ziehen, Jucken
Weil beim Schnitt auch Nerven durchtrennt werden, fühlt sich der Bereich um die Narbe oft taub oder pelzig an. Das kann mehrere Monate anhalten (familienplanung.de). Laut IQWiG kann die Narbe sich auch noch länger taub anfühlen oder jucken. In den ersten Wochen ist sie oft druckempfindlich. Das gehört zur normalen Heilung.
Die Narbe nach einem Jahr
Ein Jahr nach dem Kaiserschnitt ist die Narbe bei den meisten Frauen flach, schmal und blass; sie liegt meist knapp unter der Bikinilinie und ist etwa 10 bis 20 cm lang (NHS). Ein Rest Taubheit ist nicht ungewöhnlich.
Was Sie wissen sollten: In der Gebärmutterwand kann sich im Bereich der inneren Narbe eine Einkerbung oder Aussackung bilden, die Kaiserschnittnarbenkrankheit. Mögliche Beschwerden sind Schmierblutungen und eine schmerzhaftere Periode (gesundheitsinformation.de). Haben Sie solche Beschwerden, sprechen Sie Ihre Frauenärztin darauf an.
Was die Forschung zum Hautverschluss sagt
Ob die Haut genäht oder geklammert wird, entscheidet das OP-Team. Eine Metaanalyse von 14 randomisierten Studien fand, dass bei Naht mit selbstauflösendem Faden weniger Wundkomplikationen auftraten als bei Metallklammern, vor allem seltener ein Aufgehen der Wunde, auch bei Frauen mit Übergewicht (Mackeen und Kollegen, 2022). Bei einem geplanten Kaiserschnitt können Sie im Vorgespräch fragen, wie Ihre Klinik die Haut verschließt.
Entzündet? Die Warnzeichen
Eine starke Rötung oder starke Schmerzen an der Wunde können ein Zeichen sein, dass sie nicht gut heilt oder sich infiziert hat. Weitere Anzeichen sind Fieber oder Flüssigkeit, die aus der Wunde austritt (familienplanung.de). Der NHS ergänzt: Wunde wird röter, schmerzhafter und geschwollen, Eiter oder übelriechende Flüssigkeit.
Ist das normal? Wann anrufen?
Ist das normal?
Eine leicht gerötete, druckempfindliche Narbe in den ersten Wochen, ein taubes Gefühl darüber, Jucken beim Heilen und eine Narbe, die sich hart anfühlt und dann weicher wird: Das ist normal.
Für Partner und Partnerin
Für die Partnerin oder den Partner
Schauen Sie sich die Narbe gemeinsam an, wenn sie das möchte, und achten Sie auf Rötung oder Geruch. Heben Sie alles, was schwerer als das Baby ist, und fragen Sie nicht nur „Wie geht's dem Baby?", sondern auch „Wie geht's deiner Narbe?".
Was Eltern fragen
Wann werden die Fäden gezogen?
Bei Fäden, die sich nicht selbst auflösen, nach 8 bis 10 Tagen durch die Nachsorgehebamme oder eine Ärztin (familienplanung.de). Häufig werden selbstauflösende Fäden verwendet, dann entfällt das Ziehen.
Ab wann darf ich duschen?
Der Verband ist nur in den ersten Tagen nötig und wird meist schon in der Klinik entfernt. Danach ist Duschen laut familienplanung.de problemlos möglich. Danach die Narbe vorsichtig trocken tupfen.
Warum ist meine Narbe nach einem Jahr noch taub?
Beim Schnitt werden Nerven durchtrennt. Taubheit oder ein pelziges Gefühl können mehrere Monate anhalten, bei manchen Frauen auch länger. Ist zusätzlich etwas schmerzhaft oder verändert, lassen Sie es bei der Frauenärztin anschauen.
Was ist der Wulst über der Narbe?
Mit Wulst ist meist eine kleine Vorwölbung aus Haut und Gewebe oberhalb der Narbe gemeint. Ob sie harmlos ist, kann nur eine Untersuchung klären. Sprechen Sie sie bei der Nachuntersuchung an, und gehen Sie früher zur Frauenärztin, wenn sie schmerzt, sich verändert oder beim Husten hervortritt.
Quellen
- familienplanung.de (BIÖG) — Kaiserschnitt, Wundheilung geprüft am 13. Oktober 2026
- gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Wie läuft ein Kaiserschnitt ab? (erste Tage und Wochen, Narbe) geprüft am 13. Oktober 2026
- gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Wann kommt ein Kaiserschnitt infrage? (Kaiserschnittnarbenkrankheit, Folgen für spätere Schwangerschaften) geprüft am 13. Oktober 2026
- NHS — Caesarean section, Recovery (wound care, scar) geprüft am 13. Oktober 2026
- familienplanung.de — Fieber im Wochenbett geprüft am 13. Oktober 2026
- Mackeen A. D. et al. (2022), Obstetrics & Gynecology — Suture compared with staples for skin closure after cesarean delivery (PMID 35852281) geprüft am 13. Oktober 2026
Mamavela informiert; dieser Ratgeber ersetzt weder Ihre Hebamme noch Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Kinderärztin, die Ihre Situation kennen. Rufen Sie im Zweifel dort an. Im Notfall: 112.