Das Wochenbett: die ersten Wochen nach der Geburt
Nach der Geburt beginnt eine Zeit, die ihren eigenen Rhythmus hat. Ihr Körper heilt, Sie lernen Ihr Baby kennen, und Sie haben ein Recht auf Ruhe und Unterstützung. Hier finden Sie alles, was in diesen Wochen zählt.
Aktualisiert am 13. Oktober 2026 · Quellen geprüft am 13. Oktober 2026
Kurz gesagt
Das Wochenbett umfasst die ersten 6 bis 8 Wochen nach der Geburt. Medizinisch dauert es etwa 6 Wochen, rechtlich gilt in Deutschland nach einer normalen Geburt 8 Wochen Mutterschutz. In dieser Zeit bildet sich die Gebärmutter zurück, der Wochenfluss heilt die Wunde ab, und eine Hebamme besucht Sie zu Hause, in den ersten Tagen bei Bedarf zweimal täglich, bezahlt von der Krankenkasse.
Das Wochenbett auf einen Blick
| Frage | Antwort | Quelle |
|---|---|---|
| Wie lange? | Medizinisch etwa 6 Wochen, rechtlich (Mutterschutz) 8 Wochen nach einer normalen Geburt | familienplanung.de |
| Wer betreut Sie? | Eine Nachsorgehebamme, zu Hause, bezahlt von der Krankenkasse | familienplanung.de |
| Wie oft? | Tag 1 bis 11: bis zu zweimal täglich; ab Tag 12: 16 Besuche in 12 Wochen; danach 8 weitere | familienplanung.de |
| Gebärmutter | Wiegt kurz nach der Geburt etwa 1000 g, nach 6 bis 8 Wochen noch 50 bis 70 g | familienplanung.de |
| Wochenfluss | Im Durchschnitt etwa 6 Wochen, von blutig über bräunlich und gelblich zu weißlich | familienplanung.de |
| Rückbildungskurs | Ab etwa 6 bis 8 Wochen nach vaginaler Geburt, 8 bis 12 Wochen nach Kaiserschnitt; 10 Stunden zahlt die Kasse | gesund.bund.de |
| Gefühle | Baby-Blues bei fast jeder zweiten Frau, meist nach Tagen vorbei; Wochenbettdepression bei bis zu 15 von 100 | gesund.bund.de |
Alle Ratgeber zum Wochenbett
Was im Körper passiert
- Die Gebärmutter bildet sich zurück. Etwa 12 Stunden nach der Geburt ist ihr oberer Rand auf Höhe des Bauchnabels, danach sinkt sie jeden Tag etwa einen Finger breit tiefer. Nach ungefähr 2 Wochen ist sie von außen nicht mehr zu tasten (familienplanung.de).
- Nachwehen ziehen die Gebärmutter zusammen, besonders beim Stillen.
- Der Wochenfluss heilt die Wunde, an der die Plazenta saß.
- Die Hormone stellen sich um; der schnelle Abfall der Schwangerschaftshormone kann Stimmungsschwankungen auslösen.
- Die Brüste beginnen mit der Milchbildung, siehe Milcheinschuss und Stillen, oder bilden sich zurück, wenn Sie mit der Flasche füttern.
- Der Beckenboden braucht Schonung und dann Training.
- Nach einem Kaiserschnitt heilt zusätzlich die Bauchwunde.
Die Hebamme: Ihr wichtigster Kontakt
Die Nachsorgehebamme kommt zu Ihnen nach Hause und schaut nach Mutter und Kind: Gewicht, Trinken, Nabel, Ausscheidungen des Babys; Rückbildung der Gebärmutter, Wochenfluss, Naht und Stillen bei Ihnen (familienplanung.de). Sie ist auch geschult, eine Wochenbettdepression zu erkennen, und hilft bei Sorgen mit der Bindung oder mit Geschwisterkindern. Hebammen sind oft lange im Voraus ausgebucht. Suchen Sie früh in der Schwangerschaft: Hebamme finden. In Österreich und der Schweiz gelten andere Regeln, siehe Österreich und Schweiz.
Eine Cochrane-Übersicht mit 16 Studien und über 12 000 Frauen fand, dass Hausbesuche nach der Geburt mit individueller Betreuung die Depressionswerte nach vier Monaten wahrscheinlich verbessern und häufigere Besuche das ausschließliche Stillen fördern können; die Evidenz war insgesamt schwach (Yonemoto und Kollegen, 2021).
Ruhe ist keine Schwäche
gesund.bund.de sagt es deutlich: Damit sich die Frau von der Geburt erholen kann, sind Ruhe, liebevolle Fürsorge und Unterstützung jetzt besonders wichtig. Junge Familien sollten sich nicht zu viele Verpflichtungen aufladen und überlegen, wie viel Besuch sie möchten. Wie das im Alltag aussieht, lesen Sie in Wochenbett-Regeln; was Sie vorher einkaufen, in der Wochenbett-Checkliste.
Ist das normal? Wann anrufen?
Ist das normal?
Blutungen, die langsam heller und schwächer werden, Nachwehen beim Stillen, Weinen ohne Grund in der ersten Woche, leichter Urinverlust beim Husten in den ersten Wochen und große Müdigkeit: All das gehört zum Wochenbett.
Für Partner und Partnerin
Für die Partnerin oder den Partner
Das Wochenbett ist Teamarbeit. Laut gesund.bund.de nehmen sich die meisten Väter oder Partnerinnen die ersten Wochen frei. Übernehmen Sie Haushalt, Einkauf, Besuchsplanung und alles ums Baby außer dem Stillen. Achten Sie auf die Stimmung: Hält Traurigkeit länger als zwei Wochen an, holen Sie mit ihr Hilfe. Auch Väter und Co-Mütter können nach der Geburt in ein Tief rutschen.
Was Eltern fragen
Wie lange dauert das Wochenbett?
Medizinisch etwa 6 Wochen, in dieser Zeit findet die körperliche Rückbildung statt. Rechtlich dauert es nach einer normalen Geburt 8 Wochen, in denen Mutterschutz gilt (familienplanung.de). Viele sprechen deshalb von 6 bis 8 Wochen.
Wie oft kommt die Hebamme im Wochenbett?
Vom 1. bis 11. Tag nach der Geburt kann sie bis zu zweimal täglich kommen, ab dem 12. Tag sind 12 Wochen lang noch 16 Besuche möglich, danach 8 weitere Besuche oder Telefonate bis zum Ende der Stillzeit oder des 9. Lebensmonats (familienplanung.de).
Wann ist das Wochenbett vorbei?
Wenn die Gebärmutter sich zurückgebildet hat und der Wochenfluss aufhört, meist nach etwa 6 Wochen. Die Rückbildung des Beckenbodens dauert länger, bis zu einem Jahr. Die Nachuntersuchung bei der Frauenärztin findet meist 6 bis 8 Wochen nach der Geburt statt.
Was zahlt die Krankenkasse im Wochenbett?
Die Hebammennachsorge (gesetzliche Kassen, meist auch private) und 10 Stunden Rückbildungsgymnastik bei zugelassenen Anbietern, wenn der Kurs spätestens 9 Monate nach der Geburt abgeschlossen ist.
Quellen
- familienplanung.de (BIÖG) — Was passiert im Wochenbett? geprüft am 13. Oktober 2026
- familienplanung.de — Wochenbett-Betreuung durch die Hebamme (Nachsorge) geprüft am 13. Oktober 2026
- gesund.bund.de — Geburtsvorbereitung, Abschnitte Wochenbett und Rückbildungskurs geprüft am 13. Oktober 2026
- familienplanung.de — Gebärmutter-Rückbildung geprüft am 13. Oktober 2026
- familienplanung.de — Fieber im Wochenbett geprüft am 13. Oktober 2026
- familienplanung.de — Thrombosen im Wochenbett geprüft am 13. Oktober 2026
- gesund.bund.de — Wochenbettdepression geprüft am 13. Oktober 2026
- NHS — Your post-pregnancy body (Warnzeichen nach der Geburt) geprüft am 13. Oktober 2026
- familienplanung.de — Wochenfluss geprüft am 13. Oktober 2026
- familienplanung.de — Der Beckenboden in Schwangerschaft und Geburt (Rückbildungszeit bis zu einem Jahr) geprüft am 13. Oktober 2026
- familienplanung.de — Väter und Co-Mütter, Stress und Stimmungstiefs nach der Geburt geprüft am 13. Oktober 2026
- TelefonSeelsorge Deutschland (0800 111 0 111, 0800 111 0 222, rund um die Uhr) geprüft am 13. Oktober 2026
- Yonemoto N. et al. (2021), Cochrane — Schedules for home visits in the early postpartum period (PMID 34286512) geprüft am 13. Oktober 2026
Mamavela informiert; dieser Ratgeber ersetzt weder Ihre Hebamme noch Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Kinderärztin, die Ihre Situation kennen. Rufen Sie im Zweifel dort an. Im Notfall: 112.