Hebamme finden: Ihr Weg zur Begleitung durch Schwangerschaft und Wochenbett
Hebammen sind in Deutschland oft früh ausgebucht. Wer früh fragt, hat die Wahl. Hier ist, was Ihnen zusteht und wie Sie anfragen.
Aktualisiert am 13. Oktober 2026 · Quellen geprüft am 13. Oktober 2026
Kurz gesagt
Jede Schwangere hat Anspruch auf Hebammenhilfe, die von der Krankenversicherung bezahlt wird, in der Schwangerschaft, bei der Geburt, im Wochenbett und in der Stillzeit. Suchen Sie früh, am besten sobald Sie von der Schwangerschaft wissen, über die Hebammenliste des GKV-Spitzenverbands, die Landesverbände oder Suchportale, und fragen Sie bei mehreren Hebammen an.
Was eine Hebamme für Sie tut
Hebammen begleiten Sie durch die ganze Zeit rund um die Geburt, und die Krankenversicherung bezahlt es:
- In der Schwangerschaft: Fast alle Vorsorgeuntersuchungen kann bei normalem Verlauf auch eine Hebamme machen und in den Mutterpass eintragen. Nur Ultraschall gibt es immer in der gynäkologischen Praxis. Sie hilft bei Beschwerden und Fragen und berät bei der Wahl des Geburtsortes.
- Bei der Geburt: in der Klinik, im Geburtshaus oder zu Hause. In der Klinik stellt das Haus eine Hebamme; in manchen Kliniken können Sie eine freiberufliche Beleghebamme mitbringen.
- Im Wochenbett: Hausbesuche, Telefon- und Videoberatung zu Ihrer Gesundheit und der Ihres Babys, zu Pflege, Ernährung und Stillen.
- Kurse: Geburtsvorbereitung, Rückbildung und oft weitere Angebote wie Schwangerenyoga oder Babymassage.
Viele Hebammen haben mehr Zeit für Fragen und Sorgen als eine volle Praxis, das ist für viele Frauen der größte Gewinn.
Was die gesetzliche Krankenkasse bezahlt
| Leistung | Umfang (Stand: Oktober 2026) |
|---|---|
| Vorsorge und Hilfe in der Schwangerschaft | Kassenleistung |
| Geburt in Klinik, Geburtshaus oder zu Hause | Kassenleistung; für die Rufbereitschaft bei Hausgeburt oft eine Zusatzgebühr |
| Wochenbett bis zum 10. Tag | bis zu 20 Hebammenbesuche |
| danach | telefonisch, per Video oder Hausbesuch, bis Ihr Kind 12 Wochen alt ist |
| bei Bedarf | bis zum Ende der Stillzeit oder bis zum 9. Lebensmonat |
| Geburtsvorbereitungskurs | 14 Stunden für die Schwangere; Partner zahlen oft selbst, manche Kassen erstatten |
| Rückbildungskurs | 10 Stunden, abgeschlossen spätestens 9 Monate nach der Geburt |
Quelle: gesund.bund.de. Privat Versicherte klären den Umfang mit ihrer Versicherung.
Wann und wo Sie suchen
Wann: Gleich, wenn Sie von der Schwangerschaft wissen. Wer erst in der 7. Woche fragt, ist nicht zu spät, aber wegen der langen Betreuungszeiten sind viele Hebammen oft früh ausgebucht.
Wo:
- Hebammenliste des GKV-Spitzenverbands (Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen)
- Hebammenlisten der Landesverbände des Deutschen Hebammenverbands (hebammenverband.de)
- Suchportal ammely.de in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Hebammenverband
- Hebammen- und Geburtshelferpraxen in Ihrer Nähe
- Hebammenlisten Ihrer Stadt oder Gemeinde
Gut zu wissen
Schreiben Sie mehrere Hebammen gleichzeitig an und sagen Sie ehrlich, dass Sie das tun. Eine kurze, klare Nachricht mit Termin und Wohnort wird schneller beantwortet.
Vorlage für Ihre Anfrage
Betreff: Anfrage Hebammenbetreuung, ET [Datum], [Ort/Stadtteil] Liebe Frau [Name], ich bin in der [X]. Schwangerschaftswoche, mein errechneter Termin ist der [Datum]. Ich wohne in [Ort/Stadtteil] und bin bei der [Krankenkasse] versichert. Ich suche eine Hebamme für [Vorsorge / Wochenbettbetreuung / Geburtsvorbereitungskurs / Hausgeburt]. Haben Sie in diesem Zeitraum noch Kapazität? Es ist mein [erstes/zweites] Kind. Ich freue mich über Ihre Antwort, gern auch eine kurze Absage. Herzliche Grüße, [Name, Telefonnummer]
Wenn es nicht klappt
- Weiter anfragen, auch kurzfristig: Pläne ändern sich, Plätze werden frei.
- Bei besonderen Belastungen: Über die Frühen Hilfen ist die Begleitung durch eine Familienhebamme oder Familien-Kinderkrankenschwester kostenfrei möglich.
- Die Vorsorge übernimmt Ihre Frauenarztpraxis in jedem Fall, siehe Mutterpass und Vorsorge.
Was die Forschung sagt
Eine Cochrane-Übersicht (Sandall und Kollegen, 2016, 15 Studien mit 17.674 Frauen) fand bei Betreuungsmodellen mit durchgehender Hebammenbegleitung weniger PDA, weniger instrumentelle Geburten und weniger Frühgeburten, mehr spontane vaginale Geburten und keinen Unterschied bei der Kaiserschnittrate. Eine weitere Cochrane-Übersicht (Bohren und Kollegen, 2017) zeigt: Kontinuierliche Eins-zu-eins-Begleitung unter der Geburt geht mit mehr spontanen Geburten und weniger negativen Geburtserlebnissen einher.
Ihre Checkliste
Was Eltern fragen
Wann sollte ich eine Hebamme suchen?
So früh wie möglich, sobald Sie von der Schwangerschaft wissen. Viele Hebammen sind wegen der langen Betreuungszeiten ausgebucht, oft müssen Sie bei mehreren anfragen.
Was bezahlt die Krankenkasse bei der Hebamme?
Die Hebammenhilfe in Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit. Im Wochenbett sind das bis zum 10. Tag nach der Geburt bis zu 20 Besuche, danach weitere Betreuung, bis Ihr Kind 12 Wochen alt ist, bei Bedarf bis zum Ende der Stillzeit oder bis zum 9. Lebensmonat. Dazu 14 Stunden Geburtsvorbereitung und 10 Stunden Rückbildung.
Ich finde keine Hebamme. Was nun?
Fragen Sie weiter bei mehreren Stellen an, auch bei Hebammenpraxen und den Hebammenlisten Ihrer Stadt. Ihre Frauenarztpraxis übernimmt die Vorsorge ohnehin, und in der Klinik steht Ihnen bei der Geburt eine Hebamme zur Seite.
Wie finde ich eine Hebamme für eine Hausgeburt?
Suchen Sie gezielt nach Hebammen, die Hausgeburten anbieten, über die gleichen Suchwege. Eine Hausgeburt ist nur ohne absehbare Risiken möglich; melden Sie sich trotzdem in einer nahen Klinik an. Die gesetzliche Krankenkasse zahlt die Hausgeburt, für die Rufbereitschaft verlangen Hebammen meist eine zusätzliche Gebühr.
Quellen
- gesund.bund.de — Geburtsvorbereitung, Hebamme finden, Wochenbett geprüft am 13. Oktober 2026
- gesund.bund.de — Schwangerschaftsvorsorge und -begleitung geprüft am 13. Oktober 2026
- Sandall J. et al. — Midwife-led continuity models versus other models of care for childbearing women, Cochrane 2016 (DOI 10.1002/14651858.CD004667.pub5) geprüft am 13. Oktober 2026
- Bohren M. A. et al. — Continuous support for women during childbirth, Cochrane 2017 (DOI 10.1002/14651858.CD003766.pub6) geprüft am 13. Oktober 2026
Mamavela informiert; dieser Ratgeber ersetzt weder Ihre Hebamme noch Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Kinderärztin, die Ihre Situation kennen. Rufen Sie im Zweifel dort an. Im Notfall: 112.