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Muttermilch abpumpen: Methoden, Aufbewahrung und Ihre Rechte

Abpumpen schenkt Flexibilität: für einen Abend allein, die Rückkehr in den Job oder ein Baby, das gerade nicht an der Brust trinken kann. Was Sie dafür brauchen, und was nicht.

Aktualisiert am 13. Oktober 2026 · Quellen geprüft am 13. Oktober 2026

Kurz gesagt

Muttermilch können Sie mit der Hand, einer Handpumpe oder einer elektrischen Pumpe gewinnen. Für gelegentliches Abpumpen reichen meist Hand oder Handpumpe; eine elektrische Pumpe lohnt sich bei häufigem Abpumpen. Wird sie aus medizinischen Gründen ärztlich verordnet, zahlt die Krankenkasse. Frische Milch hält im Kühlschrank bei 4 bis 6 °C vier Tage, eingefroren bei minus 18 °C sechs Monate.

Hand, Handpumpe oder elektrische Pumpe?

MethodeGut fürGut zu wissen
Mit der Hand ausstreichengelegentlich, kleine Mengen, Milchstau, die ersten Tagekostet nichts; Hebamme zeigt die Technik
Handpumpegelegentliches Abpumpen, unterwegsgünstig, leise, kein Strom
Elektrische Pumpe (einseitig oder doppelt)häufiges Abpumpen, Job, Kita, Frühgeborenesdie teuerste Variante; Leihpumpe aus Apotheke oder Sanitätshaus möglich; mit ärztlicher Verordnung aus medizinischen Gründen zahlt die Kasse

Gesund ins Leben empfiehlt für gelegentliches Abpumpen und kleine Mengen die Hand oder eine Handpumpe; eine elektrische Pumpe kann bei häufigem Abpumpen sinnvoll sein. Hebammen und Stillberatende helfen bei der Wahl der Pumpe und vor allem des passenden Trichteraufsatzes, damit die Milch gut fließt und die Brustwarze nicht verletzt wird.

Eine Cochrane-Übersicht kam zu einem ermutigenden Ergebnis: Einfache, günstige Maßnahmen wie Entspannung, Massage, Wärme, Ausstreichen mit der Hand und günstigere Pumpen können für manche Ziele genauso wirksam oder wirksamer sein als große elektrische Pumpen (Becker und Kollegen, 2016). Die passende Methode hängt davon ab, wie lange die Geburt her ist, wofür Sie abpumpen und was zu Ihnen passt.

Schritt für Schritt

Mit der Hand

  1. Hände und Fingernägel gründlich mit Seife waschen, mit Papiertuch oder frischem Handtuch trocknen. Brust und Brustwarzen müssen nicht extra gereinigt werden.
  2. Brust sanft massieren.
  3. Daumen und Zeigefinger gegenüber, etwa zwei Finger breit von der Brustwarze entfernt, ansetzen.
  4. Richtung Brustkorb drücken, dann die Finger zusammenführen, ohne auf der Haut zu rutschen; Druck lösen.
  5. Rhythmisch wiederholen, bis der Fluss nachlässt, dann die Finger rund um die Brustwarze versetzen.

Mit der Pumpe

  1. Bequem hinsetzen, Zeit nehmen, Hände waschen.
  2. Gut passenden Aufsatz mittig auf die Brustwarzenregion setzen.
  3. Niedriges Vakuum, hohe Frequenz zum Start: das ahmt das schnelle Saugen des Babys nach.
  4. Sobald die Milch fließt: Frequenz senken, Vakuum erhöhen, so dass es sich angenehm anfühlt.
  5. Möglichst direkt in den Aufbewahrungsbehälter pumpen.
  6. Nach jedem Gebrauch Pumpset und Behälter mit Spülmittel und heißem Wasser oder in der Spülmaschine bei mindestens 65 °C reinigen, klar nachspülen, an der Luft oder mit Papiertuch trocknen.

Aufbewahren: die Tabelle zum Ausdrucken

WoWie langeHinweis
Raumtemperatur (15 bis 25 °C), ohne Kühlung6 bis 8 Stundendann sofort verfüttern
Kühlschrank (4 bis 6 °C), frisch4 Tagehinten, nahe dem Kühlaggregat; nicht in der Tür
Gefrierfach (minus 18 °C oder kälter, ****)6 Monate, bis 12 Monate akzeptabel2 bis 3 cm Luft im Behälter lassen
Aufgetaut, im Kühlschrank2 Tagenicht wieder einfrieren
Unter lauwarmem Wasser schnell aufgetautinnerhalb von 2 Stunden verbrauchenhöchstens 37 °C
Reste einer Mahlzeitnicht länger als 2 Stunden bei Raumtemperaturdann wegschütten

Quelle: Gesund ins Leben nach der Stellungnahme der Nationalen Stillkommission. Nach dem Abpumpen die Milch sofort kühlen, am schnellsten unter kaltem fließendem Wasser. Für den Transport eine Kühlbox mit Akkus. Behälter mit Datum (und für die Kita mit Namen) beschriften.

Behälter: Kunststoff in Lebensmittelqualität, frei von Bisphenol A und S, oder Glas; Muttermilchbeutel sparen Platz, sind aber nur einmal verwendbar. Auftauen am besten langsam über etwa 12 Stunden im Kühlschrank. Keine Mikrowelle.

Checkliste: Abpumpen für die Rückkehr in den Job

Ihre Rechte bei der Arbeit

Nach § 7 Absatz 2 des Mutterschutzgesetzes muss Ihr Arbeitgeber Sie in den ersten zwölf Monaten nach der Entbindung auf Verlangen für die zum Stillen erforderliche Zeit freistellen, mindestens zweimal täglich eine halbe Stunde oder einmal täglich eine Stunde. Bei mehr als acht Stunden zusammenhängender Arbeitszeit sollen es auf Verlangen zweimal 45 Minuten sein, oder einmal 90 Minuten, wenn es in der Nähe keine Stillgelegenheit gibt. Gesund ins Leben stellt klar, dass Sie diese Zeiten auch zum Abpumpen nutzen können. Mehr in Mutterschutz.

Ist das normal? Wann Hilfe holen?

Ist das normal?

Am Anfang kommt beim Abpumpen oft wenig Milch, und die Menge schwankt von Mal zu Mal. Lassen Sie sich Zeit zum Gewöhnen, wie Gesund ins Leben rät. Entspannung, Massage und Wärme gehören laut der Cochrane-Übersicht zu den einfachen Maßnahmen, die beim Abpumpen helfen können.

Für Partner und Partnerin

Für die Partnerin oder den Partner

Abgepumpte Milch ist Ihre Chance: Übernehmen Sie eine Flasche am Abend oder in der Nacht, damit die Mutter einen langen Schlafblock bekommt. Spülen Sie das Pumpset, beschriften Sie die Behälter und achten Sie auf die Kühlkette.

Was Eltern fragen

Zahlt die Krankenkasse eine Milchpumpe?

Ja, wenn eine elektrische Pumpe aus medizinischen Gründen von der Frauenarzt- oder Kinderarztpraxis verordnet wird. Apotheken und Sanitätshäuser verleihen elektrische Milchpumpen, auch ohne Rezept.

Wie lange hält abgepumpte Muttermilch?

Frisch im Kühlschrank bei 4 bis 6 °C vier Tage, eingefroren bei minus 18 °C sechs Monate (bis zwölf Monate gelten als akzeptabel), ohne Kühlung bei 15 bis 25 °C sechs bis acht Stunden. Aufgetaute Milch hält zwei Tage im Kühlschrank und darf nicht wieder eingefroren werden.

Darf ich Muttermilch in der Mikrowelle erwärmen?

Nein. Gesund ins Leben rät davon ab, weil wertvolle Inhaltsstoffe zerstört werden und sich beim Auftauen Bakterien vermehren könnten. Besser lauwarmes fließendes Wasser bis höchstens 37 °C, ein Wasserbad oder ein Flaschenwärmer.

Habe ich bei der Arbeit Zeit zum Abpumpen?

Ja. In den ersten zwölf Monaten nach der Geburt muss Ihr Arbeitgeber Sie auf Verlangen freistellen, mindestens zweimal täglich eine halbe Stunde oder einmal täglich eine Stunde (§ 7 Mutterschutzgesetz). Diese Zeiten können Sie zum Stillen oder Abpumpen nutzen.

Quellen

  1. Netzwerk Gesund ins Leben — Muttermilch abpumpen, aufbewahren und füttern (nach Stellungnahme der Nationalen Stillkommission) geprüft am 13. Oktober 2026
  2. Netzwerk Gesund ins Leben — Meine Rechte rund ums Stillen geprüft am 13. Oktober 2026
  3. Mutterschutzgesetz — § 7 Freistellung für Untersuchungen und zum Stillen geprüft am 13. Oktober 2026
  4. Becker G. E., Smith H. A., Cooney F. (2016), Cochrane — Methods of milk expression for lactating women (PMID 27684560) geprüft am 13. Oktober 2026

Mamavela informiert; dieser Ratgeber ersetzt weder Ihre Hebamme noch Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Kinderärztin, die Ihre Situation kennen. Rufen Sie im Zweifel dort an. Im Notfall: 112.

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