Wochenfluss: was normal ist und wann Sie anrufen
Nach jeder Geburt, auch nach einem Kaiserschnitt, bluten Sie einige Wochen. Der Wochenfluss zeigt, dass eine innere Wunde heilt. Farbe, Menge und Geruch verraten, ob alles nach Plan läuft.
Aktualisiert am 13. Oktober 2026 · Quellen geprüft am 13. Oktober 2026
Kurz gesagt
Der Wochenfluss dauert im Durchschnitt etwa sechs Wochen, kann aber kürzer oder länger sein. In den ersten Tagen ist er blutig und stärker als eine Periode, ab der zweiten Woche bräunlich, später gelblich und ab der dritten bis vierten Woche weißlich. Nehmen Sie Binden statt Tampons. Riecht er plötzlich unangenehm oder bekommen Sie Fieber, rufen Sie Hebamme oder Ärztin an.
Was der Wochenfluss ist
Nach der Geburt zieht sich die Gebärmutter zusammen, die Plazenta löst sich, und an ihrer Stelle bleibt eine Wundfläche, die heilen muss. Die Wundheilung geht mit dem Wochenfluss aus der Scheide einher (familienplanung.de). Er enthält Blut, später Lymphflüssigkeit, Gewebereste und Bakterien. Der gesunde Wochenfluss enthält keine Krankheitskeime, wie man früher annahm.
Farben und Dauer, Woche für Woche
| Zeitraum | Farbe und Menge | Was dahintersteckt |
|---|---|---|
| Erste Tage | Blutig, rot, stärker als eine normale Periode | Die Wunde blutet noch frisch |
| Folgende Tage | Weiter rötlich, dazu Lymphflüssigkeit, Gewebereste | Die Heilung beginnt |
| Ab der 2. Woche | Schwächer, bräunlich, später gelblich | Weniger Blut, mehr Wundsekret |
| Ab der 3. bis 4. Woche | Weißlich | Die Wunde ist fast verheilt |
| Nach etwa 6 Wochen | Hört meist ganz auf | Wochenbett abgeschlossen |
Quelle: familienplanung.de. Aussehen, Menge und Dauer können sehr verschieden sein.
Eine systematische Übersicht über 18 Studien fand durchschnittliche Blutungsdauern zwischen 24 und 36 Tagen, mit großer Spannbreite; nur eine Studie hatte die Blutung bis zu ihrem Ende verfolgt (Fletcher und Kollegen, 2012). Wenn Ihr Wochenfluss nach vier Wochen vorbei ist oder nach sieben noch leicht da ist, kann beides normal sein; Ihre Hebamme kann es einschätzen.
Stillen und Nachwehen
Stillen fördert den Wochenfluss. Beim Stillen löst Oxytocin Nachwehen aus, die Gebärmutter zieht sich zusammen, und der Wochenfluss wird ausgestoßen (familienplanung.de). Laut NHS kann die Blutung beim Stillen kurz röter und stärker sein, oft mit Krämpfen wie bei der Periode. Nachwehen sind bei Frauen, die schon mehrere Kinder geboren haben, oft stärker. Wärme, etwa eine Wärmflasche im Rücken, kann helfen; fragen Sie Ihre Ärztin, ob ein Schmerzmittel infrage kommt.
Wochenfluss nach dem Kaiserschnitt
Auch nach einem Kaiserschnitt bluten Sie aus der Scheide, denn die Wunde in der Gebärmutter, an der die Plazenta saß, entsteht genauso. Der NHS rät, Binden statt Tampons zu verwenden, um keine Infektion in die Scheide zu tragen, und sich ärztlich beraten zu lassen, wenn die Blutung stark ist. Ihre Nachsorgehebamme schaut bei jedem Besuch nach Menge und Geruch.
Hygiene: so geht's
Was Sie vorher einkaufen: Wochenbett-Checkliste.
Was die Hebamme prüft
Die Nachsorgehebamme fragt bei jedem Besuch nach Menge und Geruch des Wochenflusses. Das ist wichtig, um eine Entzündung der Gebärmutter auszuschließen (familienplanung.de). Sie tastet auch, ob sich die Gebärmutter gut zurückbildet.
Ist das normal? Wann anrufen?
Ist das normal?
Ein Wochenfluss, der anfangs stärker als eine Periode ist, ein eher neutraler Geruch, kurze rote Phasen beim Stillen und ein Ende irgendwann zwischen etwa vier und sechs Wochen sind normal.
Für Partner und Partnerin
Für die Partnerin oder den Partner
Stellen Sie Binden, Spülflasche und Wasser ins Bad, und halten Sie Vorrat bereit. Wenn sie sich fiebrig fühlt, messen Sie Temperatur. Riecht etwas ungewohnt oder wird die Blutung plötzlich stark, rufen Sie ohne Zögern Hebamme oder Notruf.
Was Eltern fragen
Wie lange dauert der Wochenfluss?
Im Durchschnitt etwa sechs Wochen, er kann aber auch kürzer oder länger anhalten (familienplanung.de). Eine Übersichtsarbeit fand in Studien durchschnittliche Dauern zwischen 24 und 36 Tagen, mit großen Unterschieden zwischen Frauen.
Habe ich nach einem Kaiserschnitt auch Wochenfluss?
Ja. Auch nach einem Kaiserschnitt heilt innen die Stelle, an der die Plazenta saß, und Sie bluten aus der Scheide. Nehmen Sie Binden und holen Sie Rat ein, wenn die Blutung stark ist (NHS).
Warum wird der Wochenfluss beim Stillen stärker?
Beim Stillen wird Oxytocin ausgeschüttet. Es löst Nachwehen aus, die Gebärmutter zieht sich zusammen und stößt den Wochenfluss aus. Deshalb kann die Blutung beim Stillen kurz röter und stärker sein, oft mit Krämpfen wie bei der Periode.
Ist es normal, wenn der Wochenfluss wieder rot wird?
Kurz rötere und stärkere Phasen beim Stillen sind laut NHS normal. Wird er wieder deutlich stärker und hellrot, kommen große Klumpen, Geruch oder Fieber dazu, rufen Sie Ihre Hebamme oder Frauenärztin an.
Wann kommt die erste Periode nach der Geburt?
Wenn Sie mit der Flasche oder teilweise mit der Flasche füttern, kann sie schon 5 bis 6 Wochen nach der Geburt kommen. Wenn Sie voll stillen, oft erst, wenn Sie weniger stillen (NHS). Schwanger werden ist ab 3 Wochen nach der Geburt möglich.
Quellen
- familienplanung.de (BIÖG) — Wochenfluss geprüft am 13. Oktober 2026
- familienplanung.de — Fieber im Wochenbett (Gebärmutterentzündung) geprüft am 13. Oktober 2026
- familienplanung.de — Nachwehen geprüft am 13. Oktober 2026
- NHS — Your post-pregnancy body (Bleeding, Tampons, Warnzeichen) geprüft am 13. Oktober 2026
- NHS — Caesarean section, Recovery (vaginale Blutung nach Kaiserschnitt) geprüft am 13. Oktober 2026
- gesund.bund.de — Geburt (verstärkte Blutungen nach der Geburt) geprüft am 13. Oktober 2026
- Fletcher S., Grotegut C. A., James A. H. (2012), Journal of Women's Health — Lochia patterns among normal women, a systematic review (PMID 23101487) geprüft am 13. Oktober 2026
Mamavela informiert; dieser Ratgeber ersetzt weder Ihre Hebamme noch Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Kinderärztin, die Ihre Situation kennen. Rufen Sie im Zweifel dort an. Im Notfall: 112.