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Medikamente in der Stillzeit: was Embryotox zu den häufigsten Mitteln sagt

Kopfschmerzen, Halsweh, eine verstopfte Nase: Sie möchten schnell wissen, ob Sie etwas nehmen dürfen, ohne abzustillen. Die gute Nachricht: Für die häufigsten Beschwerden gibt es gut untersuchte Mittel.

Aktualisiert am 13. Oktober 2026 · Quellen geprüft am 13. Oktober 2026

Kurz gesagt

Laut Embryotox, dem Beratungszentrum der Charité, sind Ibuprofen und Paracetamol die Schmerzmittel der Wahl in der Stillzeit. ASS sollte nur gelegentlich genommen werden. Abschwellendes Nasenspray mit Xylometazolin ist kurzzeitig möglich, als Schleimlöser wird bei mehrtägiger Anwendung Ambroxol bevorzugt. Dosis und Dauer besprechen Sie mit Ärztin, Apotheke oder Embryotox, das kostenlos berät.

Erst fragen, dann nehmen: die unabhängige Anlaufstelle

Embryotox ist das Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité-Universitätsmedizin Berlin, öffentlich gefördert und unabhängig. Auf embryotox.de finden Sie Informationen zu mehr als 400 Arzneimitteln, und Sie können sich kostenlos individuell beraten lassen. Die Angaben dort beruhen auf aktuellen Daten und weichen manchmal vom Beipackzettel ab, der in der Stillzeit oft vorsichtiger formuliert ist.

Diese Seite nennt keine Dosierungen. Wie viel und wie lange Sie ein Mittel nehmen, klären Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt, der Apotheke oder Embryotox. Nehmen Sie kein Medikament über längere Zeit ohne ärztliche Rücksprache.

Schmerzmittel

WirkstoffWas Embryotox sagtGut zu wissen
IbuprofenSchmerzmittel der Wahl in der Stillzeit, aus der Gruppe der NSAR bevorzugtnur sehr geringe Mengen in der Muttermilch; keine Nebenwirkungen bei gestillten Kindern beobachtet; wird selbst bei Säuglingen ab drei Monaten eingesetzt
Paracetamolneben Ibuprofen Schmerzmittel der Wahlein gestilltes Kind nimmt pro Mahlzeit höchstens etwa 2 % der gewichtsbezogenen mütterlichen Dosis auf; wird schon bei Früh- und Neugeborenen eingesetzt
ASS (Acetylsalicylsäure)gelegentliche Einnahme vertretbar, mehrtägige oder Dauertherapie vermeidenParacetamol und Ibuprofen sind zu bevorzugen; bei Früh- und Neugeborenen besondere Vorsicht

Eine ältere pharmakologische Übersicht kommt zum selben Ergebnis: Paracetamol gilt als sicher, eine kurzzeitige Anwendung von NSAR scheint mit dem Stillen vereinbar, und bei längerer Behandlung sind kurz wirksame Mittel wie Ibuprofen vorzuziehen (Spigset und Hägg, 2000).

Erkältung, Husten, Schnupfen

WirkstoffWas Embryotox sagt
Xylometazolin (abschwellendes Nasenspray)kann bei entsprechender Indikation in üblicher Dosierung auch in der Stillzeit kurzzeitig angewendet werden
Ambroxol (Schleimlöser)bei kurzfristiger Therapie kann gestillt werden; bei Kindern ab zwei Monaten zugelassen
Acetylcystein (ACC)eine einmalige Einnahme erfordert keine Stillunterbrechung; bei mehrtägiger Therapie sollte Ambroxol bevorzugt werden

Für viele Erkältungsmittel, Kombipräparate und pflanzliche Mittel gibt es wenig Daten. Fragen Sie in der Apotheke ausdrücklich nach, dass Sie stillen, und prüfen Sie den Wirkstoff auf embryotox.de.

So gehen Sie vor

Weiterstillen, wenn Sie krank sind

Eine Erkältung ist für sich kein Grund abzustillen; besprechen Sie Medikamente wie oben beschrieben. Waschen Sie sich die Hände, bevor Sie Ihr Baby anfassen, und husten Sie in die Armbeuge. Bei einer Brustentzündung gilt dasselbe: weiterstillen, siehe Milchstau und Brustentzündung.

Ist das normal? Wann zur Ärztin?

Ist das normal?

Kopfschmerzen, Rückenschmerzen und Erkältungen sind in den Monaten nach der Geburt häufig: wenig Schlaf, viel Tragen, Viren aus Kita und Umfeld. Meist reichen Ruhe, Trinken und bei Bedarf ein stillverträgliches Schmerzmittel.

Für Partner und Partnerin

Für die Partnerin oder den Partner

Wenn sie krank ist, nehmen Sie ihr alles außer dem Stillen ab, und gehen Sie in die Apotheke mit dem Satz: „Meine Partnerin stillt, das Baby ist … Wochen alt." Notieren Sie, was wann genommen wurde.

Was Eltern fragen

Darf ich in der Stillzeit Ibuprofen nehmen?

Ja. Embryotox nennt Ibuprofen neben Paracetamol als Schmerzmittel der Wahl in der Stillzeit. Nur sehr geringe Mengen gehen in die Muttermilch über, Nebenwirkungen bei gestillten Kindern wurden in mehreren Untersuchungen nicht beobachtet. Dosis und Dauer: nach Rücksprache mit Ärztin oder Apotheke.

Paracetamol oder Ibuprofen beim Stillen?

Beide gelten laut Embryotox als Mittel der Wahl. Welches für Sie passt, hängt von Ihren Beschwerden und Ihrer Gesundheit ab: Fragen Sie Ihre Ärztin, Ihre Apotheke oder Embryotox.

Muss ich nach der Einnahme eine Stillpause machen?

Embryotox nennt Ibuprofen und Paracetamol als Mittel der Wahl in der Stillzeit; bei Acetylcystein erfordert eine einmalige Einnahme keine Stillunterbrechung. Bei anderen Mitteln fragen Sie nach, bevor Sie etwas nehmen.

Was hilft bei Erkältung in der Stillzeit?

Ruhe und viel trinken. Bei verstopfter Nase ist laut Embryotox kurzzeitig ein Nasenspray mit Xylometazolin möglich; als Schleimlöser bei mehrtägiger Anwendung Ambroxol. Fragen Sie bei Kombipräparaten in der Apotheke nach.

Quellen

  1. Embryotox (Charité Berlin) — Ibuprofen in Schwangerschaft und Stillzeit geprüft am 13. Oktober 2026
  2. Embryotox (Charité Berlin) — Paracetamol in Schwangerschaft und Stillzeit geprüft am 13. Oktober 2026
  3. Embryotox (Charité Berlin) — Acetylsalicylsäure in Schwangerschaft und Stillzeit geprüft am 13. Oktober 2026
  4. Embryotox (Charité Berlin) — Xylometazolin in der Stillzeit geprüft am 13. Oktober 2026
  5. Embryotox (Charité Berlin) — Ambroxol in der Stillzeit geprüft am 13. Oktober 2026
  6. Embryotox (Charité Berlin) — Acetylcystein in der Stillzeit geprüft am 13. Oktober 2026
  7. Spigset O., Hägg S. (2000), Paediatric Drugs — Analgesics and breast-feeding, safety considerations (PMID 10937472) geprüft am 13. Oktober 2026

Mamavela informiert; dieser Ratgeber ersetzt weder Ihre Hebamme noch Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Kinderärztin, die Ihre Situation kennen. Rufen Sie im Zweifel dort an. Im Notfall: 112.

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