Zahnen: die ersten Zähne gut begleiten
Rote Wangen, viel Sabbern, alles muss in den Mund: Viele Babys merken das Zahnen, manche kaum. Zahnen ist keine Krankheit, und hohes Fieber hat eine andere Ursache.
Aktualisiert am 13. Oktober 2026 · Quellen geprüft am 13. Oktober 2026
Kurz gesagt
Die ersten Milchzähne kommen meist mit sechs bis acht Monaten, zuerst die unteren Schneidezähne; mit etwa zweieinhalb Jahren sind alle 20 da. Typisch sind gerötetes Zahnfleisch, mehr Speichel, Unruhe und manchmal leicht erhöhte Temperatur. Hohes Fieber oder Durchfall kommen nicht vom Zahnen und gehören zur Kinderärztin. Sanfte Massage hilft vielen Babys; Bernsteinketten sind gefährlich.
Wann kommen die Zähne?
Die Anlagen aller Milchzähne entstehen schon in der sechsten bis achten Schwangerschaftswoche. Durchbrechen tun die ersten meist mit sechs bis acht Monaten (kindergesundheit-info.de). Die Spanne ist groß: Der NHS beschreibt Babys, die vor vier Monaten zahnen, und andere erst nach zwölf Monaten.
| Reihenfolge (typisch) | Zähne |
|---|---|
| 1 | untere mittlere Schneidezähne |
| 2 | obere mittlere Schneidezähne |
| 3 | seitliche Schneidezähne |
| 4 | erste Milchbackenzähne |
| 5 | Eckzähne |
| 6 | zweite Milchbackenzähne |
Mit etwa zweieinhalb Jahren ist das Milchgebiss mit 20 Zähnen vollständig.
Woran Sie Zahnen erkennen
- gerötetes Zahnfleisch
- mehr Speichel, Sabbern
- Unruhe, Quengeln, schlechterer Schlaf
- alles kommt in den Mund
- manchmal leicht erhöhte Temperatur
Eine Metaanalyse von 16 Studien fand bei 70 % der Kinder Zeichen während des Zahndurchbruchs; am häufigsten waren gereiztes Zahnfleisch, Reizbarkeit und Sabbern (Massignan und Kollegen, 2016). Manche Zähne kommen dagegen ganz ohne Beschwerden. Wichtig: Zahnen ist keine Krankheit. Für Durchfall gibt es laut NHS keinen Beleg, dass er vom Zahnen kommt.
Was hilft, und was Sie lassen sollten
| Hilft vielen Babys | Nicht empfohlen |
|---|---|
| sanfte Massage der Zahnleiste mit einem sauberen Finger | Bernsteinketten (Verschlucken, Verletzung, Strangulation) |
| ein sauberer, fester Beißring ohne Kleinteile | kühle Lebensmittel zum Kauen (Verschluckungsgefahr, laut kindergesundheit-info.de) |
| viel Nähe, Trösten, Ablenkung | Schmerzmittel auf Verdacht ohne ärztliche Rücksprache |
| Zahngels mit Kamille oder Lokalanästhetikum können kurz lindern | Honig oder Zucker auf dem Zahnfleisch |
Fragen Sie in der Apotheke oder Kinderarztpraxis, welches Gel für das Alter Ihres Babys geeignet ist, und halten Sie sich an die Anwendungsangaben.
Zahnpflege vom ersten Zahn an
Milchzähne brauchen von Anfang an sorgfältige Pflege, betont kindergesundheit-info.de: Kranke Milchzähne schmerzen, sie sind Platzhalter für die bleibenden Zähne, und Kariesbakterien können übergehen.
- Fluorid: Kinder- und Zahnärzte sind sich einig, dass schon Säuglinge altersgerecht Fluorid bekommen sollen. Bei der U2 wird das besprochen; oft gibt es ein Kombinationspräparat mit Vitamin D. Ab dem ersten Zahn wählen Sie mit Ihrer Praxis zwischen zwei Wegen: weiter Tablette mit Fluorid und Putzen ohne fluoridhaltige Zahnpasta, oder Tablette nur mit Vitamin D und Putzen mit einer reiskorngroßen Menge fluoridhaltiger Kinderzahnpasta (1000 ppm). Nie beides kombinieren.
- Putzen: zweimal täglich mit einer weichen, altersgerechten Bürste; die Eltern putzen.
- Nichts ablutschen: Schnuller oder Löffel nicht in den eigenen Mund nehmen, bevor sie zum Baby gehen; so werden Kariesbakterien übertragen.
- Zahnarzt: Zwischen dem 6. und 33. Lebensmonat gibt es die zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchungen Z1 bis Z3 und zweimal pro Halbjahr Anspruch auf Fluoridlack; danach weitere Termine bis zum sechsten Geburtstag.
Checkliste: der erste Zahn ist da
Ist das normal? Wann zur Kinderärztin?
Ist das normal?
Ein Baby, das einige Tage unruhiger ist, mehr sabbert und kräftig auf allem herumkaut, ist meist einfach am Zahnen. Leicht erhöhte Temperatur kann dazugehören.
Für Partner und Partnerin
Für die Partnerin oder den Partner
Zahnungsnächte sind lang. Wechseln Sie sich mit dem Trösten ab, und übernehmen Sie das abendliche Zähneputzen als festes Ritual: Ein Lied dazu macht es leichter.
Was Eltern fragen
Wann bekommen Babys den ersten Zahn?
Meist mit sechs bis acht Monaten. Manche Babys zahnen schon vor vier Monaten, andere erst nach dem ersten Geburtstag, und einige kommen sogar mit einem Zahn zur Welt (NHS). Das ist alles normal.
Bekommt ein Baby vom Zahnen Fieber?
Leicht erhöhte Temperatur kann vorkommen. Hohes Fieber oder Durchfall haben laut kindergesundheit-info.de andere Ursachen und sollten in der Kinderarztpraxis abgeklärt werden.
Sind Bernsteinketten gegen Zahnschmerzen sinnvoll?
Nein. kindergesundheit-info.de rät ausdrücklich davon ab, weil die Verschluckungs- und Verletzungsgefahr zu groß ist. Ein Kettchen um den Hals oder das Handgelenk kann außerdem zum Strangulieren führen.
Ab wann Zähne putzen?
Ab dem ersten Zahn. Ob mit fluoridhaltiger Kinderzahnpasta (reiskorngroße Menge) oder ohne, hängt davon ab, wie Ihr Kind sonst Fluorid bekommt, etwa über ein Kombinationspräparat mit Vitamin D. Besprechen Sie das bei der U-Untersuchung oder in der Zahnarztpraxis.
Quellen
- kindergesundheit-info.de (BIÖG) — Zahnentwicklung (erste Zähne, Zahnen, Bernsteinketten) geprüft am 13. Oktober 2026
- kindergesundheit-info.de (BIÖG) — Gesunde Zähne von Anfang an (Fluorid, Zahnpasta) geprüft am 13. Oktober 2026
- kindergesundheit-info.de (BIÖG) — Zahnmedizinische Früherkennung (Z1 bis Z6, Fluoridlack) geprüft am 13. Oktober 2026
- NHS — Baby teething symptoms geprüft am 13. Oktober 2026
- Massignan C. et al. (2016), Pediatrics — Signs and Symptoms of Primary Tooth Eruption, a Meta-analysis (PMID 26908659) geprüft am 13. Oktober 2026
Mamavela informiert; dieser Ratgeber ersetzt weder Ihre Hebamme noch Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Kinderärztin, die Ihre Situation kennen. Rufen Sie im Zweifel dort an. Im Notfall: 112.