Beikost: ab wann, woran Sie die Reife erkennen und wie der Start gelingt
Ihr Baby schaut Ihnen beim Essen auf den Teller und greift nach Ihrem Brot? Vielleicht ist es bald so weit. Der Beikoststart hat ein großzügiges Zeitfenster, und Ihr Baby zeigt Ihnen, wann es bereit ist.
Aktualisiert am 13. Oktober 2026 · Quellen geprüft am 13. Oktober 2026
Kurz gesagt
In Deutschland empfiehlt das Netzwerk Gesund ins Leben den Beikoststart frühestens mit Beginn des 5. und spätestens mit Beginn des 7. Monats, vor Beginn des 5. Monats keine Beikost. Die WHO spricht von etwa 6 Monaten. Ihr Baby ist bereit, wenn es den Kopf hält, mit Hilfe aufrecht sitzt, den Löffel nicht mehr mit der Zunge hinausschiebt und Interesse am Essen zeigt.
Ab wann? Die Empfehlungen nebeneinander
| Wer | Empfehlung |
|---|---|
| Netzwerk Gesund ins Leben (Deutschland) | frühestens mit Beginn des 5., spätestens mit Beginn des 7. Monats; vor Beginn des 5. Monats keine Beikost |
| kindergesundheit-info.de (BIÖG) | frühestens nach vollendetem 4. Monat, spätestens mit Beginn des 7. Monats |
| ESPGHAN (europäische Fachgesellschaft) | nicht vor 4 Monaten, aber nicht später als 6 Monate |
| WHO | um den 6. Monat, weil der Bedarf an Energie und Nährstoffen dann über das hinausgeht, was Muttermilch liefert |
Die Empfehlungen widersprechen sich weniger, als es aussieht: „Beginn des 5. Monats" heißt, Ihr Baby ist vier Monate alt (etwa 17 Wochen); „Beginn des 7. Monats" heißt sechs Monate (etwa 26 Wochen). Die europäische Fachgesellschaft ESPGHAN beschreibt genau dieses Fenster und nennt etwa sechs Monate ausschließliches oder überwiegendes Stillen als wünschenswertes Ziel (Fewtrell und Kollegen, 2017). Auch die deutsche Übersicht im Ärzteblatt fasst die Empfehlungen so zusammen (Prell und Koletzko, 2016).
Wichtig laut Gesund ins Leben: Sie müssen zu Beginn des 5. Monats nicht extra testen, ob Ihr Kind den Brei schon nimmt. Das Zeitfenster ist groß genug, um abzuwarten, bis Ihr Baby von sich aus bereit ist.
Wann genau ist das bei Ihrem Baby? Der Beikost-Kalender rechnet es aus dem Geburtsdatum aus.
Die Reifezeichen
Quelle: Netzwerk Gesund ins Leben.
Die ersten Löffel: so beginnen Sie
- Mittags einige Teelöffel fein püriertes Gemüse, zum Beispiel Karotte. Andere Möglichkeiten: Kürbis, Pastinake, Zucchini, Blumenkohl, Brokkoli, Kohlrabi, auch Tiefkühlgemüse ohne Soße.
- Danach wie gewohnt Brust oder Fläschchen, bis Ihr Baby satt ist.
- Die Gemüsemenge langsam steigern.
- Nach etwa einer Woche: eine gegarte Kartoffel und Rapsöl dazu.
- Als letzter Schritt: Fleisch oder Fisch und etwas Obstsaft oder Obstpüree. Damit ist der erste Brei komplett.
- Am Ende des ersten Beikostmonats ersetzt dieser Brei eine ganze Milchmahlzeit.
Die Mengen und die nächsten zwei Breie stehen im Beikostplan. Wer lieber mit Stückchen startet: Breifrei.
Selbst kochen oder Gläschen?
Beides ist laut Gesund ins Leben und kindergesundheit-info.de gleichwertig. Selbst kochen bringt mehr Geschmacksvielfalt und ist meist günstiger; Gläschen sparen Zeit und erfüllen hohe gesetzliche Anforderungen. Worauf Sie achten:
- Zutaten wie beim Selbstkochen, möglichst wenige
- kein Salz, kein Zucker, keine Aromen, kein starker Süßgeschmack
- bevorzugt mit Jod (Kaliumjodat oder Natriumjodid in der Zutatenliste); bekommt Ihr Baby nur selbst gekochte Breie, sprechen Sie die Jodversorgung in der Kinderarztpraxis an
- keine Trinkbreie oder „Gute-Nacht-Fläschchen": Sie führen leicht zu Überfütterung und Karies
Was weiter gilt
- Weiter stillen, so lange Sie beide möchten. Ohne Stillen: weiter Säuglingsmilch zu den Milchmahlzeiten.
- Kuhmilch im ersten Jahr nicht als Getränk, nur etwa 200 ml im Milch-Getreide-Brei.
- Allergene nicht hinauszögern: durcherhitztes Ei, Fisch und Co. gehören dazu, siehe Allergene in der Beikost.
- Trinken: zusätzliche Flüssigkeit braucht Ihr Baby erst, wenn der dritte Brei eingeführt ist.
- Sicher essen: immer aufrecht sitzend und beaufsichtigt, siehe Würgen oder Verschlucken.
Ist das normal? Wann zur Kinderärztin?
Ist das normal?
Viel landet am Anfang wieder draußen, das Gesicht verzieht sich bei neuen Geschmäckern, an manchen Tagen will Ihr Baby gar nicht: Das gehört zum Lernen. Neue Lebensmittel brauchen oft mehrere Anläufe. Auch der Stuhl wird mit Brei fester, seltener und riecht stärker.
Für Partner und Partnerin
Für die Partnerin oder den Partner
Übernehmen Sie eine feste Breimahlzeit, zum Beispiel am Wochenende den Mittagsbrei. Kochen Sie Gemüsebrei auf Vorrat: Selbst gemachter Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei lässt sich laut kindergesundheit-info.de gut einfrieren.
Was Eltern fragen
Ab wann darf mein Baby Brei essen?
Nach den deutschen Handlungsempfehlungen frühestens mit Beginn des 5. Monats und spätestens mit Beginn des 7. Monats. Vor Beginn des 5. Monats sollte es keine Beikost bekommen, auch wenn es schon reif wirkt. Die WHO nennt etwa 6 Monate.
Woran erkenne ich, dass mein Baby bereit ist?
Es schiebt den Brei nicht mehr direkt mit der Zunge hinaus, hält den Kopf, sitzt mit etwas Hilfe aufrecht, steckt sich selbst Dinge in den Mund, interessiert sich für das Essen der anderen und öffnet den Mund, wenn der Löffel kommt.
Mit welchem Brei fängt man an?
In Deutschland mit dem Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei am Mittag. Zum Start reichen ein paar Löffel Gemüsepüree, etwa Karotte, Kürbis oder Pastinake; danach kommen Kartoffel und Öl, dann Fleisch oder Fisch und Obstsaft dazu.
Muss ich den Brei selbst kochen?
Nein. Selbst gekocht und Gläschen sind laut Fachleuten gleichwertig. Bei Gläschen auf eine Zutatenliste wie beim Selbstkochen achten, ohne Salz, Zucker und Aromen.
Soll ich nach dem Beikoststart weiter stillen?
Ja, so lange Sie und Ihr Baby das möchten. Wenn Sie nicht stillen, bekommt Ihr Baby zu den anderen Mahlzeiten weiter seine Säuglingsmilch.
Quellen
- Netzwerk Gesund ins Leben — Reif für die Beikost geprüft am 13. Oktober 2026
- Netzwerk Gesund ins Leben — Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei, Rezept und Zubereitung geprüft am 13. Oktober 2026
- kindergesundheit-info.de (BIÖG) — Schritt für Schritt die Beikost einführen geprüft am 13. Oktober 2026
- WHO — Complementary feeding geprüft am 13. Oktober 2026
- NHS Best Start in Life — From around 6 months (Fingerfood, Baby-led Weaning) geprüft am 13. Oktober 2026
- NHS Best Start in Life — Food allergies (Anzeichen, Notfall) geprüft am 13. Oktober 2026
- Prell C., Koletzko B. (2016), Deutsches Ärzteblatt International — Breastfeeding and Complementary Feeding (DOI 10.3238/arztebl.2016.0435) geprüft am 13. Oktober 2026
- Fewtrell M. et al., ESPGHAN (2017), J Pediatr Gastroenterol Nutr — Complementary Feeding, position paper (PMID 28027215) geprüft am 13. Oktober 2026
Mamavela informiert; dieser Ratgeber ersetzt weder Ihre Hebamme noch Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Kinderärztin, die Ihre Situation kennen. Rufen Sie im Zweifel dort an. Im Notfall: 112.