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Fieber beim Baby: messen, begleiten und wissen, wann es dringend ist

Fieber macht Eltern Angst, ist aber meist eine gesunde Abwehrreaktion. Entscheidend ist nicht nur die Zahl auf dem Thermometer, sondern wie Ihr Kind wirkt, und bei ganz jungen Babys gilt eine eigene Regel.

Aktualisiert am 13. Oktober 2026 · Quellen geprüft am 13. Oktober 2026

Kurz gesagt

Bei Kindern spricht man ab 38,5 °C von Fieber, bei Babys in den ersten drei Lebensmonaten schon ab 38 °C. Ein Baby unter drei Monaten mit 38 °C oder mehr gehört immer zur Kinderärztin. Bei älteren Kindern zählt vor allem das Befinden: viel trinken lassen, Ruhe, nicht zu warm einpacken. Fiebersenkende Mittel nur nach ärztlicher Anweisung, nie Aspirin bei Kindern.

Ab wann ist es Fieber?

Temperatur (im Po gemessen)Bedeutung
36,5 bis 37,5 °Cnormal; abends meist etwas höher als morgens
37,6 bis 38,4 °Cerhöhte Temperatur
ab 38,5 °CFieber; bei Babys in den ersten drei Monaten schon ab 38 °C
ab 39 °Chohes Fieber

Quelle: kindergesundheit-info.de nach der Elternleitlinie der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin. Auch Toben, warme Kleidung oder eine zu warme Decke können die Temperatur erhöhen. Und: Hohes Fieber bedeutet nicht zwangsläufig eine schwere Erkrankung; bei Kleinkindern sind 38 bis 39 °C keine Seltenheit.

Richtig messen

  1. Digitales Thermometer, eine kleine Menge Creme an der Spitze.
  2. Ihr Kind liegt entspannt: auf dem Rücken, auf der Seite oder bäuchlings auf Ihrem Schoß.
  3. Vorsichtig ein bis höchstens zwei Zentimeter in den Po einführen, bis Sie einen Widerstand spüren.
  4. Nach etwa ein bis anderthalb Minuten oder beim Signal herausziehen und ablesen.
  5. Morgens und abends messen, bei hohem Fieber öfter, und den Verlauf notieren, ohne Ihr Kind ständig zu wecken.

Rektal messen ist bei Säuglingen und Kleinkindern am genauesten. Ohrthermometer brauchen Übung, im Mund erst ab etwa fünf bis sechs Jahren, unter der Achsel ist es im Kleinkindalter oft zu ungenau.

So begleiten Sie Ihr Kind durch das Fieber

  • Trinken: Gestillte Babys häufiger anlegen; anderen Kindern oft etwas zu trinken anbieten, zum Beispiel Wasser oder milden Tee.
  • Nicht zu warm einpacken: Im Bett genügen Windel und Schlafanzug, auch bei Krankheit. Beim Fieberanstieg (Frösteln, kalte Hände und Füße) warm halten, aber nicht überhitzen.
  • Ruhe und Nähe: Ihr Kind braucht jetzt vor allem Zuwendung.
  • Essen: Leichtes anbieten, nicht zwingen.
  • Wäsche wechseln, wenn es geschwitzt hat.
  • Körperwarme Wadenwickel können bei sehr hohem Fieber angenehm sein, wenn sich Hände und Füße warm anfühlen.

Fiebersenken: wann überhaupt?

Fieber ist eine gesunde Reaktion. Die Amerikanische Akademie für Kinderheilkunde betont: Ziel der Behandlung ist das Wohlbefinden des Kindes, nicht eine normale Zahl auf dem Thermometer; es gibt keinen Beleg, dass Fieber selbst den Verlauf verschlimmert oder bleibende Schäden macht (Sullivan und Farrar, 2011). kindergesundheit-info.de rät, erst einzugreifen, wenn Ihr Kind sehr leidet und zunehmend erschöpft ist, möglichst erst ab über 39 °C. Zäpfchen, Säfte oder Tropfen für Kinder geben Sie nur nach ärztlicher Anweisung; die Dosis richtet sich nach Gewicht und Alter und wird in der Praxis oder Apotheke festgelegt. Acetylsalicylsäure (z. B. Aspirin) darf fiebernden Kindern nicht gegeben werden.

Checkliste: Fieber-Notizzettel für die Praxis

Wann Sie sofort zur Kinderärztin müssen

kindergesundheit-info.de nennt diese Situationen:

  • Baby unter drei Monaten mit 38 °C oder mehr, oder sehr schlapp, trinkunwillig, mit veränderter Hautfarbe auch unter 38 °C
  • Ihr Kind ist berührungsempfindlich, schreit schrill oder wirkt sehr verändert und schwer krank
  • Fieber hält bei Kindern bis zwei Jahren länger als einen Tag, bei älteren länger als drei Tage an
  • Fieber geht trotz fiebersenkender Maßnahmen nicht zurück
  • Weitere Zeichen: Teilnahmslosigkeit, Kopfschmerzen, Durchfall, Erbrechen, Bauchschmerzen, Hautausschlag, erschwertes Atmen oder Nackensteife
  • Ihr Kind ist trotz gesunkener Temperatur teilnahmslos oder immer noch deutlich beeinträchtigt
  • Es will überhaupt nicht trinken oder hat über 12 Stunden keinen Urin ausgeschieden
  • Es hatte einen Fieberkrampf
  • Immer, wenn Sie beunruhigt sind

Fieberkrampf: was tun?

Fieberkrämpfe betreffen etwa drei bis fünf Prozent der Kinder, meist zwischen sechs Monaten und fünf Jahren, und gehen meist nach drei bis vier Minuten von selbst vorüber, in der Regel ohne Folgen. Für Eltern sind sie trotzdem erschreckend.

  1. Ruhe bewahren, bei Ihrem Kind bleiben.
  2. Seitlich und stabil lagern, Gesicht sichtbar, Mund und Nase frei, enge Kleidung lockern.
  3. Vor Verletzungen schützen, harte Gegenstände abpolstern, aber nicht festhalten.
  4. Nicht schütteln, nichts zu trinken oder zu essen geben.
  5. Dauer beobachten und 112 anrufen.
  6. Danach unverzüglich kinderärztlich untersuchen lassen.

Ist das normal?

Ist das normal?

Manche Kinder fiebern abends ohne andere Zeichen und sind am nächsten Tag wieder munter. Ein Kind, das trotz Fieber gut gelaunt spielt und trinkt, gibt weniger Anlass zur Sorge als eines, das insgesamt krank wirkt. Das Dreitagefieber, das fast alle Kinder bis zum dritten Geburtstag durchmachen, beginnt mit plötzlich hohem Fieber über drei bis vier Tage, danach kommt ein Ausschlag; auch dann sollten Sie die Praxis kontaktieren, um anderes auszuschließen.

Für Partner und Partnerin

Für die Partnerin oder den Partner

Teilen Sie die Nacht: Einer misst und notiert, der andere schläft. Halten Sie Thermometer, Notizzettel und die Nummer der Kinderarztpraxis und des Bereitschaftsdienstes 116 117 griffbereit, und fahren Sie, wenn nötig, mit zur Praxis.

Was Eltern fragen

Ab wann hat ein Baby Fieber?

Bei Kindern ab 38,5 °C, in den ersten Lebenswochen und bis etwa drei Monate schon ab 38 °C. Von 37,6 bis 38,4 °C spricht man von erhöhter Temperatur, ab 39 °C von hohem Fieber.

Wo messe ich bei einem Baby Fieber?

Ärzteverbände empfehlen bei Säuglingen und Kleinkindern die Messung im Po (rektal), mit einem digitalen Thermometer, etwas Creme an der Spitze und nur ein bis höchstens zwei Zentimeter tief. Ohrthermometer erfordern Übung; unter der Achsel ist es im Kleinkindalter oft zu ungenau.

Muss ich Fieber immer senken?

Nein. Fieber ist eine gesunde Abwehrreaktion. Fiebersenkende Maßnahmen sind laut kindergesundheit-info.de nur sinnvoll, wenn Ihr Kind sehr darunter leidet, möglichst erst ab über 39 °C, und Medikamente nur nach ärztlicher Anweisung. Acetylsalicylsäure (Aspirin) darf fiebernden Kindern nicht gegeben werden.

Was tun bei einem Fieberkrampf?

Ruhe bewahren, Kind seitlich und stabil lagern, Gesicht frei, nicht festhalten, nicht schütteln, nichts zu trinken geben, Dauer beobachten und den Notruf 112 verständigen. Danach muss Ihr Kind unverzüglich kinderärztlich untersucht werden.

Quellen

  1. kindergesundheit-info.de (BIÖG) — Fieber (nach DGKJ-Elternleitlinie AWMF 027-074) geprüft am 13. Oktober 2026
  2. kindergesundheit-info.de (BIÖG) — Wann ein Arztbesuch zwingend ist geprüft am 13. Oktober 2026
  3. kindergesundheit-info.de (BIÖG) — Dem Plötzlichen Kindstod vorbeugen (Fieber unter 3 Monaten, Kleidung im Bett) geprüft am 13. Oktober 2026
  4. Sullivan J. E., Farrar H. C., AAP (2011), Pediatrics — Fever and antipyretic use in children (PMID 21357332) geprüft am 13. Oktober 2026

Mamavela informiert; dieser Ratgeber ersetzt weder Ihre Hebamme noch Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Kinderärztin, die Ihre Situation kennen. Rufen Sie im Zweifel dort an. Im Notfall: 112.

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