Zum Inhalt

Fehlgeburt: was jetzt passiert und was Ihnen hilft

Wenn Sie hier lesen, weil Sie gerade ein Kind verlieren oder verloren haben: Es tut uns sehr leid. Diese Seite erklärt, was medizinisch passiert, welche Rechte Sie haben und wer Sie jetzt begleiten kann.

Aktualisiert am 13. Oktober 2026 · Quellen geprüft am 13. Oktober 2026

Kurz gesagt

Eine Fehlgeburt ist das Ende einer Schwangerschaft, bevor das Kind lebensfähig ist. Sie ist häufig: Etwa 11 bis 15 Prozent der festgestellten Schwangerschaften enden so, meist in den ersten Wochen und meist aus Gründen, die niemand hätte verhindern können. Bei jeder Blutung melden Sie sich in der Praxis; bei starker Blutung, Schmerzen oder Schwindel fahren Sie sofort in eine Klinik.

Wenn es gerade passiert

Blutungen in der Frühschwangerschaft sind häufig, etwa jede vierte Schwangere hat im ersten Drittel eine Blutung, und oft ist die Ursache harmlos. Trotzdem gilt laut familienplanung.de: Bei jeder Blutung, auch bei bräunlicher Schmierblutung, melden Sie sich bei Ihrer Hebamme oder in der Frauenarztpraxis.

Was eine Fehlgeburt ist und warum sie passiert

Von allen festgestellten Schwangerschaften enden laut familienplanung.de 11 bis 15 Prozent mit einer Fehlgeburt. Eine große Übersicht in „The Lancet“ kommt auf 15,3 Prozent der erkannten Schwangerschaften; knapp 11 Prozent der Frauen haben eine Fehlgeburt erlebt, rund 2,6 Prozent zwei oder mehr (Quenby et al., 2021). Sie sind also nicht allein, auch wenn es sich gerade so anfühlt.

Die meisten frühen Fehlgeburten entstehen, weil sich der Embryo wegen einer Störung bei der Befruchtung oder Einnistung nicht weiterentwickeln kann. 50 bis 70 Prozent gehen auf Auffälligkeiten bei der Zahl der Chromosomen zurück. Seltener sind Ursachen wie eine Schwäche des Muttermundes, Infektionen, Hormonstörungen oder Erkrankungen der Mutter. familienplanung.de schreibt klar: In aller Regel hätten weder die Eltern noch die medizinischen Fachleute den Verlust verhindern können.

BegriffBedeutung
Frühe FehlgeburtVerlust in den ersten zwölf Wochen
Späte FehlgeburtNach der 12. Woche, Kind leichter als 500 g
TotgeburtKind mindestens 500 g schwer oder Geburt ab der 24. Woche
Habituelle AborteDrei oder mehr Fehlgeburten, betrifft etwa 1 Prozent der Paare mit Kinderwunsch

Quelle: familienplanung.de.

Wie es medizinisch weitergeht

Solange keine akuten Probleme bestehen, können Sie sich meist etwas Zeit lassen. Viele brauchen einige Tage, um innerlich Abschied zu nehmen. Laut familienplanung.de und gesund.bund.de gibt es mehrere Wege, die Ihre Ärztin mit Ihnen bespricht:

  • Abwarten: Der Körper stößt Embryo und Mutterkuchen in der Regel von selbst aus.
  • Medikamente: Eine Fehlgeburt kann medikamentös eingeleitet werden.
  • Ausschabung oder Absaugung: unter Narkose, meist ambulant; sinnvoll bei starken Blutungen, wenn Gewebereste verbleiben oder wenn Sie es schneller abschließen möchten.

Bei einer späten Fehlgeburt wird die Geburt meist mit Medikamenten eingeleitet, und Sie bringen Ihr Kind auf natürlichem Weg zur Welt. Wenn medizinisch nichts dagegen spricht, ist auch Abwarten möglich. Ausführliche, gut verständliche Informationen bietet die AWMF-Patientinneninformation „Frühe Fehlgeburt“, auf die gesund.bund.de verweist.

Ihre Rechte: Hebamme und Mutterschutz

  • Hebamme: Auch nach einer Fehlgeburt haben Sie Anspruch auf Hebammenbetreuung, die gesetzliche Krankenkasse zahlt (gesund.bund.de). Sie begleitet den Abschied, die Trauer und die körperliche Rückbildung. Wenn Sie keinen Rückbildungskurs mit anderen Müttern möchten, kann die Hebamme Einzelstunden anbieten oder vermitteln (familienplanung.de).
  • Mutterschutz: Seit dem 1. Juni 2025 gilt bei einer Fehlgeburt ab der 13. Woche ein Mutterschutz von bis zu 2 Wochen, ab der 17. Woche bis zu 6 Wochen, ab der 20. Woche bis zu 8 Wochen. Sie entscheiden selbst, ob Sie ihn in Anspruch nehmen, und haben in dieser Zeit Anspruch auf Mutterschaftsleistungen (gesund.bund.de). Details unter Mutterschutz nach Fehlgeburt.

Der Körper danach

Wann der Zyklus sich wieder einspielt, ist verschieden. Manche haben nach etwa einem Monat wieder ihre Periode, bei anderen dauert es länger; schwanger werden ist auch möglich, bevor die erste Periode kommt (familienplanung.de). Nach einer späteren Fehlgeburt kann Milch einschießen. Die Hebamme hilft beim natürlichen Abstillen mit kühlen Umschlägen; Medikamente dafür sind möglich, haben aber Nebenwirkungen.

Trauer: so verschieden wie Menschen

Auch wenn das Kind sehr klein war: Die Bindung war da, und Trauer ist angemessen. Es gibt kein Schema und keine richtige Dauer (familienplanung.de). Schmerz, Wut, Leere, Erleichterung, Schuldgefühle können sich abwechseln. Manche Menschen im Umfeld verstehen das nicht, weil sie das Kind „nicht kannten“. Das sagt nichts über Ihren Verlust aus.

Was vielen hilft:

  • über das Kind sprechen, ihm vielleicht einen Namen geben
  • ein Erinnerungsstück: Ultraschallbild, Kerze, ein Baum, eine Kiste
  • Selbsthilfegruppen von Eltern mit derselben Erfahrung, etwa über die Initiative REGENBOGEN „Glücklose Schwangerschaft“ oder den Bundesverband Verwaiste Eltern (VEID), auf die familienplanung.de verweist
  • professionelle Trauerbegleitung; manche Hebammen sind darin ausgebildet oder vermitteln
  • Schwangerschaftsberatungsstellen, die auf Krisen eingestellt sind

Eine Fehlgeburt kann das Risiko für Angst, Depression und posttraumatische Belastung erhöhen (Quenby et al., 2021). Wenn die Traurigkeit Sie über Wochen lähmt, Sie nicht mehr schlafen oder essen können oder Sie an Selbstverletzung denken, holen Sie sich bitte Hilfe: Ihre Hausarzt- oder Frauenarztpraxis, die psychiatrische Ambulanz einer Klinik oder die TelefonSeelsorge, Tag und Nacht unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222. In akuter Gefahr: 112.

Für Partner und Partnerin

Auch Sie haben ein Kind verloren. Viele Partner trauern leiser oder anders, und das ist in Ordnung. Bleiben Sie im Gespräch, auch wenn Sie unterschiedlich trauern. Übernehmen Sie Anrufe und Absagen, begleiten Sie zu den Terminen, und schützen Sie vor gut gemeinten Sätzen wie „Ihr könnt es ja wieder versuchen“.

Wieder schwanger werden?

Manche Frauen wünschen sich bald eine neue Schwangerschaft, andere brauchen viel Zeit. Nach einer Fehlgeburt gibt es laut familienplanung.de keine feste Wartezeit: wenn Körper und Seele sich erholt haben und nichts medizinisch dagegen spricht. Nach drei oder mehr Fehlgeburten können laut familienplanung.de etwa Stoffwechsel- oder Immunerkrankungen oder eine Besonderheit der Gebärmutter dahinterstehen; sprechen Sie mit Ihrer Praxis über eine Abklärung. Und wenn eine neue Schwangerschaft kommt, darf Freude neben Angst stehen; eine Hebamme von Anfang an kann viel Sicherheit geben.

Was Sie jetzt tun können, in Ihrem Tempo

Was Eltern fragen

Habe ich die Fehlgeburt verursacht?

In aller Regel nicht. Laut familienplanung.de hätten in den meisten Fällen weder die Eltern noch die Fachleute sie verhindern können. Frühe Fehlgeburten werden zu 50 bis 70 Prozent durch Auffälligkeiten bei den Chromosomen des Embryos verursacht. Wenn Schuldgefühle Sie quälen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Hebamme; oft hilft ein klärendes Gespräch.

Muss nach einer Fehlgeburt immer eine Ausschabung gemacht werden?

Nein. Der Körper stößt Embryo und Mutterkuchen oft von selbst aus. Es gibt auch eine medikamentöse Möglichkeit und die Ausschabung oder Absaugung, meist ambulant. Welcher Weg passt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt.

Habe ich nach einer Fehlgeburt Anspruch auf eine Hebamme?

Ja. Auch nach einer Fehlgeburt steht Ihnen laut gesund.bund.de Hebammenbetreuung zu. Sie begleitet beim Abschied und in der körperlichen Erholung; die gesetzliche Krankenkasse zahlt.

Wann kann ich wieder schwanger werden?

Nach einer Fehlgeburt gibt es laut familienplanung.de keine feste Wartezeit. Sobald sich Körper und Seele erholt haben und nichts medizinisch dagegen spricht. Manche haben nach einem Monat wieder ihre Periode, bei anderen dauert es länger.

Quellen

  1. familienplanung.de (BIÖG) — Ursachen für eine Fehlgeburt oder Totgeburt geprüft am 13. Oktober 2026
  2. familienplanung.de (BIÖG) — Ein Kind früh verlieren geprüft am 13. Oktober 2026
  3. familienplanung.de (BIÖG) — Beschwerden in der Schwangerschaft: Blutungen geprüft am 13. Oktober 2026
  4. familienplanung.de (BIÖG) — Wochenbett nach einer Fehl- oder Totgeburt geprüft am 13. Oktober 2026
  5. familienplanung.de (BIÖG) — Trauer nach einer Fehl- oder Totgeburt geprüft am 13. Oktober 2026
  6. familienplanung.de (BIÖG) — Nach einer Fehlgeburt oder Totgeburt wieder schwanger werden geprüft am 13. Oktober 2026
  7. gesund.bund.de — Fehlgeburt (Behandlung, Hebamme, Mutterschutz seit 1. Juni 2025) geprüft am 13. Oktober 2026
  8. TelefonSeelsorge Deutschland — 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222 geprüft am 13. Oktober 2026
  9. Quenby S et al. (2021), Lancet — Miscarriage matters: the epidemiological, physical, psychological, and economic costs of early pregnancy loss (PMID 33915094) geprüft am 13. Oktober 2026

Mamavela informiert; dieser Ratgeber ersetzt weder Ihre Hebamme noch Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Kinderärztin, die Ihre Situation kennen. Rufen Sie im Zweifel dort an. Im Notfall: 112.

Weiterlesen