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Geburtsanzeichen: geht es jetzt los?

Viele Frauen fragen sich in den letzten Wochen bei jedem Ziehen im Bauch, ob es jetzt so weit ist. Es gibt zwei klare Signale, ein paar Vorboten und einige Warnzeichen, die Sie kennen sollten.

Aktualisiert am 13. Oktober 2026 · Quellen geprüft am 13. Oktober 2026

Kurz gesagt

Die zwei klaren Geburtsanzeichen sind regelmäßige Wehen im Abstand von 5 bis 10 Minuten und der Blasensprung. Dann melden Sie sich bei Hebamme oder Klinik. Ein abgehender Schleimpfropf kann die Geburt ankündigen, oft aber Tage vorher. Bei Blutungen, grünem Fruchtwasser, weniger Kindsbewegungen oder Wehen vor der 37. Woche rufen Sie sofort an.

Die zwei klaren Signale

gesund.bund.de, das Gesundheitsportal des Bundesgesundheitsministeriums, nennt zwei Anzeichen, bei denen Sie Kontakt mit Ihrer Hebamme aufnehmen oder in die Klinik fahren:

  1. Regelmäßige Wehen im Abstand von 5 bis 10 Minuten.
  2. Die Fruchtblase platzt und Fruchtwasser läuft aus oder tropft.

Mit einer vaginalen Untersuchung kann die Hebamme dann feststellen, ob sich der Muttermund öffnet und die Geburt tatsächlich begonnen hat.

Die Vorboten

Diese Zeichen kündigen die Geburt oft an, sind aber noch kein Grund, sofort loszufahren:

AnzeichenWas es bedeutetWas tun?
Schleimpfropf geht ab (zäher, rosa Schleim, „Zeichnungsblutung")Der Muttermund beginnt sich zu verändern; kann Tage vor der Geburt passierenBeobachten; bei mehr Blut anrufen
Senkwehen in den letzten 4 WochenDer Kopf des Babys rutscht tiefer ins BeckenNormal, ausruhen
Ziehen im Rücken, SchweregefühlKann den Beginn begleitenWarm duschen, bewegen
Drang zur Toilette, weicher StuhlDer Kopf drückt auf den DarmNormal
Unregelmäßige, schmerzhafte WehenLatenzphase: Der Muttermund wird weich und beginnt sich zu öffnenZu Hause bleiben, Abstände zählen

Quellen: gesund.bund.de, NHS.

Was tun, wenn Sie unsicher sind?

Die frühe Phase, die Latenzphase, kann laut NHS Stunden oder manchmal Tage dauern. Viele Frauen werden in dieser Zeit wieder nach Hause geschickt. Das ist kein Zeichen, dass Sie sich geirrt haben. Die deutsche S3-Leitlinie empfiehlt ausdrücklich, Frauen in der Latenzphase individuelle Unterstützung und gegebenenfalls Schmerztherapie anzubieten und sie zu ermutigen, nach Hause zu gehen, wenn kein erhöhtes Risiko besteht.

Was die Forschung sagt

Eine Cochrane-Übersicht mit über 10 000 Frauen untersuchte Begleitung in der frühen Geburtsphase. Wer zunächst nur untersucht statt direkt aufgenommen wurde, brauchte in einer Studie seltener Wehenmittel und war zufriedener; auf die Kaiserschnittrate hatte das keinen klaren Einfluss (Kobayashi und Kollegen, 2017). Für Sie heißt das: Zu Hause bleiben, solange es Ihnen gut geht, ist in der Frühphase oft sinnvoll, aber nie Pflicht.

Ist das normal? Wann sofort anrufen?

Ist das normal?

Wehen, die kommen und wieder gehen, ein Schleimpfropf ohne weitere Zeichen, Rückenschmerzen und Durchfall in den letzten Tagen: Das ist häufig und bedeutet nicht, dass etwas nicht stimmt.

Für Partner und Partnerin

Für die Partnerin oder den Partner

Sie übernehmen das Zählen und Telefonieren: Abstände notieren, Kreißsaal anrufen, Tasche ins Auto. Bleiben Sie ruhig, sorgen Sie für Essen, Trinken und Dunkelheit, und erinnern Sie sie an die Pausen zwischen den Wehen.

0:00

Tippen Sie auf den Knopf, wenn eine Wehe beginnt, und noch einmal, wenn sie endet.

Es gelten zuerst die Hinweise Ihrer Klinik. Zur Orientierung: Der britische NHS rät, die Klinik anzurufen, wenn die Wehen regelmäßig alle 5 Minuten oder öfter kommen; viele US-Kliniken nutzen die „5-1-1“-Regel (alle 5 Minuten, 1 Minute lang, seit 1 Stunde, Cleveland Clinic).

Unabhängig vom Abstand: Fahren Sie in die Klinik oder rufen Sie sofort an, wenn die Fruchtblase geplatzt ist, Sie stark bluten, der Schmerz dauerhaft und heftig ist oder Ihr Baby sich weniger bewegt (ACOG).

Was Eltern fragen

Ist der Schleimpfropf ein sicheres Zeichen?

Nein. Er kann ein erstes Anzeichen sein, sich aber laut gesund.bund.de schon einige Tage vor der Geburt lösen. In der Regel müssen Sie dann nicht sofort in die Klinik. Ist es mehr Blut als ein rosa Schleim, rufen Sie an.

Wie unterscheide ich Übungswehen von echten Wehen?

Übungswehen sind spürbar, aber meist nicht schmerzhaft, kommen unregelmäßig und werden nicht stärker. Geburtswehen werden regelmäßiger, länger und stärker. Zählen Sie die Abstände eine Stunde lang mit.

Was, wenn ich in der Klinik wieder nach Hause geschickt werde?

Das ist in der frühen Phase üblich und kein Fehler. Die deutsche Leitlinie empfiehlt, Frauen in der Latenzphase zu ermutigen, wieder nach Hause zu gehen, wenn kein erhöhtes Risiko besteht.

Kann die Fruchtblase platzen, bevor Wehen kommen?

Ja. Dann rufen Sie Ihre Hebamme oder den Kreißsaal an, auch ohne Wehen. Mehr dazu im Ratgeber Blasensprung.

Quellen

  1. gesund.bund.de — Geburt, Abschnitt „Wie merke ich, dass es losgeht?" geprüft am 13. Oktober 2026
  2. NHS — Signs that labour has begun geprüft am 13. Oktober 2026
  3. AWMF — S3-Leitlinie Vaginale Geburt am Termin (015-083), Kapitel Latenzphase geprüft am 13. Oktober 2026
  4. Kobayashi S. et al. (2017), Cochrane — Assessment and support during early labour for improving birth outcomes (PMID 28426160) geprüft am 13. Oktober 2026
  5. NHS — Your baby's movements (sofort anrufen, wenn sie nachlassen) geprüft am 13. Oktober 2026

Mamavela informiert; dieser Ratgeber ersetzt weder Ihre Hebamme noch Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Kinderärztin, die Ihre Situation kennen. Rufen Sie im Zweifel dort an. Im Notfall: 112.

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