Wehen: welche Art ist das, und was jetzt?
Nicht jedes Ziehen im Bauch kündigt die Geburt an. Wenn Sie die Wehenarten kennen und die Abstände zählen, wissen Sie schnell, ob Sie sich ausruhen oder die Tasche nehmen.
Aktualisiert am 13. Oktober 2026 · Quellen geprüft am 13. Oktober 2026
Kurz gesagt
Übungswehen sind spürbar, aber meist schmerzlos und wirken nicht auf den Muttermund. Vor- und Senkwehen kommen in den letzten 4 Wochen und schieben das Baby tiefer. Echte Eröffnungswehen werden regelmäßig, schmerzhaft und kommen später alle 3 bis 5 Minuten. Bei regelmäßigen Wehen im Abstand von 5 bis 10 Minuten melden Sie sich bei Hebamme oder Klinik.
Die Wehenarten im Überblick
Die Gebärmutter zieht sich nicht erst bei der Geburt zusammen. gesund.bund.de unterscheidet sieben Wehenarten:
| Wehenart | Wann? | Wie fühlt sie sich an? | Wirkung |
|---|---|---|---|
| Übungswehen | In der Schwangerschaft, oft gegen Ende | Spürbar, aber nicht schmerzhaft; Bauch wird kurz hart | Keine Wirkung auf den Muttermund |
| Vorwehen / Senkwehen | In den letzten 4 Wochen | Manchmal schmerzhaft | Drücken den Kopf ins Becken, können den Gebärmutterhals verkürzen, öffnen den Muttermund in aller Regel noch nicht |
| Eröffnungswehen | Beginn der Geburt | Erst unregelmäßig, dann regelmäßig und schmerzhaft, später alle 3 bis 5 Minuten oder öfter | Öffnen den Muttermund |
| Austrittswehen | Wenn der Muttermund ganz offen ist | Kräftig, alle 2 bis 5 Minuten | Schieben das Kind durch den Geburtskanal |
| Presswehen | Kurz vor der Geburt | Unbedingter Drang, mitzupressen | Das Kind wird geboren |
| Nachgeburtswehen | Direkt nach der Geburt | Schwächer | Lösen die Plazenta, verringern die Blutung |
| Nachwehen | In den Tagen danach, oft beim Stillen | Wie Periodenkrämpfe | Rückbildung der Gebärmutter, fördern den Wochenfluss |
Übungswehen oder echte Wehen?
Die einfachste Unterscheidung: Echte Geburtswehen werden länger, stärker und häufiger, und sie hören nicht auf, wenn Sie sich hinlegen oder baden. Übungswehen (im Englischen Braxton Hicks) dauern laut NHS meist nicht lange, kommen nicht häufig und bauen sich nicht auf.
So zählen Sie:
- Starten Sie den Wehen-Timer, wenn eine Wehe beginnt, und stoppen Sie, wenn sie nachlässt.
- Der Abstand ist die Zeit vom Beginn einer Wehe bis zum Beginn der nächsten.
- Zählen Sie mindestens eine Stunde lang.
- Kommen die Wehen regelmäßig alle 5 bis 10 Minuten, rufen Sie Hebamme oder Kreißsaal an (gesund.bund.de).
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Tippen Sie auf den Knopf, wenn eine Wehe beginnt, und noch einmal, wenn sie endet.
Es gelten zuerst die Hinweise Ihrer Klinik. Zur Orientierung: Der britische NHS rät, die Klinik anzurufen, wenn die Wehen regelmäßig alle 5 Minuten oder öfter kommen; viele US-Kliniken nutzen die „5-1-1“-Regel (alle 5 Minuten, 1 Minute lang, seit 1 Stunde, Cleveland Clinic).
Unabhängig vom Abstand: Fahren Sie in die Klinik oder rufen Sie sofort an, wenn die Fruchtblase geplatzt ist, Sie stark bluten, der Schmerz dauerhaft und heftig ist oder Ihr Baby sich weniger bewegt (ACOG).
Was gegen den Wehenschmerz hilft
Wehen kommen in Wellen: Wehe und Pause wechseln sich ab, und die Pause ist meist schmerzfrei und länger als die Wehe (gesundheitsinformation.de). Diese Pausen sind Ihre Kraftquelle. Was viele Frauen als hilfreich erleben:
- Bewegung und Positionswechsel: stehen, gehen, auf dem Ball kreisen, vornüber an den Partner gelehnt. Siehe Geburtspositionen.
- Wärme und Wasser: warme Dusche, Bad, Wärmflasche im Rücken.
- Atmen: lang ausatmen, tönen, nicht die Luft anhalten.
- Massage: Kreuzbein, Füße, Schultern, durch die Begleitperson.
- Medikamente, wenn Sie möchten: von Lachgas über Opioide bis zur PDA.
Eine Cochrane-Übersicht mit 25 Studien fand, dass Frauen, die in der Eröffnungsphase aufrecht und in Bewegung blieben, eine im Mittel etwa 1 Stunde und 22 Minuten kürzere Eröffnungsphase hatten, seltener einen Kaiserschnitt und seltener eine PDA brauchten (Lawrence und Kollegen, 2013). Die Studienqualität war unterschiedlich; die Autorinnen empfehlen, Frauen die Position wählen zu lassen, die sie möchten.
Ist das normal? Wann anrufen?
Ist das normal?
Harte Bauchphasen, die nicht wehtun und unregelmäßig kommen, Ziehen im Becken in den letzten Wochen, Wehen, die abends kommen und nachts wieder verschwinden: Das ist häufig. Ruhen Sie sich aus und beobachten Sie.
Für Partner und Partnerin
Für die Partnerin oder den Partner
Übernehmen Sie das Zählen, damit sie sich auf das Atmen konzentrieren kann. In der Wehe: nicht reden, Hand halten, Rücken drücken, wenn sie es mag. In der Pause: Wasser reichen, zur Toilette begleiten, Position wechseln helfen.
Was Eltern fragen
Wie fühlen sich Wehen an?
Zu Beginn oft wie Unterleibsschmerzen, ziehend, drückend oder krampfartig, manchmal ausstrahlend in Rücken, Flanken oder Oberschenkel (gesundheitsinformation.de). Der Bauch wird bei jeder Wehe hart und danach wieder weich.
Wie zähle ich den Wehenabstand?
Vom Beginn einer Wehe bis zum Beginn der nächsten. Notieren Sie auch, wie lange jede Wehe dauert. Der Wehen-Timer auf dieser Seite rechnet das für Sie mit.
Sind Übungswehen ein Grund zur Sorge?
Meist nicht. Sie sind laut gesund.bund.de spürbar, aber nicht schmerzhaft und wirken nicht auf den Muttermund. Werden sie regelmäßig und schmerzhaft, vor der 37. Woche häufig oder machen sie Ihnen Sorgen, rufen Sie an.
Was sind Nachwehen?
Wehen nach der Geburt. Sie helfen der Gebärmutter, sich zurückzubilden, und treten häufig beim Stillen auf, weil das Hormon Oxytocin auch die Gebärmutter zusammenzieht.
Quellen
- gesund.bund.de — Geburt, Abschnitt „Wie erkenne ich echte Wehen?" (Wehenarten) geprüft am 13. Oktober 2026
- NHS — Signs that labour has begun (Braxton Hicks, wann anrufen) geprüft am 13. Oktober 2026
- gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Mit Geburtsschmerzen umgehen geprüft am 13. Oktober 2026
- Lawrence A. et al. (2013), Cochrane — Maternal positions and mobility during first stage labour (PMID 24105444) geprüft am 13. Oktober 2026
- NHS — Your baby's movements (sofort anrufen, wenn sie nachlassen) geprüft am 13. Oktober 2026
Mamavela informiert; dieser Ratgeber ersetzt weder Ihre Hebamme noch Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Kinderärztin, die Ihre Situation kennen. Rufen Sie im Zweifel dort an. Im Notfall: 112.