PDA bei der Geburt: was Sie wissen sollten
Die PDA ist die häufigste Form der medikamentösen Schmerzlinderung bei der Geburt. Ob Sie sie möchten oder nicht, ist Ihre Entscheidung, und beide Wege sind in Ordnung.
Aktualisiert am 13. Oktober 2026 · Quellen geprüft am 13. Oktober 2026
Kurz gesagt
Bei einer PDA leitet eine Narkoseärztin über einen dünnen Katheter im unteren Rücken Medikamente in den Periduralraum. Die Wirkung setzt meist nach 10 bis 20 Minuten ein, Sie bleiben wach. Die PDA lindert Geburtsschmerzen besser als andere Medikamente, kann die Geburt etwas verlängern und den Pressdrang abschwächen, erhöht aber nicht das Risiko für einen Kaiserschnitt.
So wird die PDA gesetzt
Laut gesundheitsinformation.de, dem Portal des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), läuft es so ab:
- Sie sitzen nach vorn gebeugt mit möglichst rundem Rücken oder liegen auf der Seite.
- Der untere Rücken wird desinfiziert und örtlich betäubt.
- Die Narkoseärztin oder der Narkosearzt schiebt eine Hohlnadel zwischen zwei Lendenwirbel in den Periduralraum und legt darüber einen kleinen, weichen Schlauch (Katheter).
- Die Nadel wird entfernt, der Katheter am Rücken festgeklebt. Eine kleine Pumpe gibt nach und nach Medikamente ab, meist ein Betäubungsmittel und ein Opioid. Manchmal können Sie selbst nachdosieren.
- Blutdruck, Puls, die Herztöne des Babys und die Wehen werden überwacht (CTG), oft läuft eine Infusion.
Nach etwa 10 bis 20 Minuten wirkt die PDA. Sie spüren im Unterleib keine oder kaum noch Schmerzen und erleben die Geburt bei vollem Bewusstsein.
Tipp: Fragen Sie schon vor der Geburt nach einem Aufklärungsgespräch zur PDA in Ihrer Klinik. Es verpflichtet zu nichts, spart aber unter der Geburt Zeit.
Wie gut wirkt die PDA?
Die PDA lindert Geburtsschmerzen besser als andere Medikamente. Laut IQWiG waren in Studien etwa 75 von 100 Frauen mit PDA sehr zufrieden mit der Schmerzlinderung, und nur 1 von 100 brauchte zusätzliche Schmerzmittel. Mit Opioiden allein waren es etwa 50 von 100. In Deutschland erhält laut gesund.bund.de jede zweite Frau während der Geburt eine Schmerzerleichterung.
Eine Cochrane-Übersicht mit über 11 000 Frauen bestätigt: Die PDA senkt den Schmerz stärker als andere Methoden und erhöht die Zufriedenheit; sie hatte keinen Einfluss auf das Kaiserschnittrisiko und keinen auf dauerhafte Rückenschmerzen. Saugglocke oder Zange waren insgesamt häufiger, in Studien nach 2005 aber nicht mehr (Anim-Somuah und Kollegen, 2018).
Häufige Nebenwirkungen in Zahlen
| Nebenwirkung (meist vorübergehend) | Wie häufig mit PDA? |
|---|---|
| Benommenheit, Müdigkeit | etwa 55 von 100 Frauen |
| Probleme beim Wasserlassen (manchmal Blasenkatheter) | etwa 18 von 100 |
| Übelkeit, Erbrechen | etwa 16 von 100 |
| Niedriger Blutdruck | etwa 16 von 100 |
| Fieber | etwa 13 von 100 |
| Juckreiz | etwa 3 von 100 |
| Verlangsamte Atmung, Sauerstoff nötig | etwa 2 von 100 |
Quelle: gesundheitsinformation.de (IQWiG).
Selten wird beim Stechen die Hülle des Rückenmarks verletzt; dann können starke Kopfschmerzen auftreten, die in der Regel nach einigen Tagen abklingen. Der NHS gibt dafür etwa 1 von 100 Fällen an. Bleibende Schäden sind laut IQWiG die absolute Ausnahme. Bei Allergien gegen die Medikamente oder Gerinnungsstörungen kommt eine PDA manchmal nicht infrage.
Was die PDA für den Geburtsverlauf bedeutet
- Dauer: Geburten mit PDA dauern im Durchschnitt etwas länger. Manchmal wird zusätzlich ein Wehentropf gegeben (gesund.bund.de).
- Pressdrang: Viele Frauen spüren nicht, wann sie pressen sollen. Dann leitet die Hebamme an.
- Bewegung: Mit gut eingestellter PDA können Sie aufstehen. Infusion und CTG schränken etwas ein.
- Kaiserschnitt: Wird er nötig, kann die PDA aufgespritzt werden.
Andere Möglichkeiten der Schmerzlinderung
| Möglichkeit | Kurz erklärt |
|---|---|
| Bewegung, Bad, Massage, Atmung, Begleitung | Ohne Medikamente; siehe Wehen |
| Lachgas | Über eine Maske, wirkt rasch, eher angstlösend, Sie dosieren selbst |
| Opioide | In Muskel oder Vene; wirken weniger stark als die PDA, können die Atmung des Babys beeinflussen, deshalb nicht kurz vor der Geburt |
| Spinalanästhesie | Wirkt schneller als die PDA, ohne Katheter; vor allem beim Kaiserschnitt |
| Pudendusblockade | Betäubung im Dammbereich, selten, meist bei Saugglocke oder Zange |
Quellen: gesundheitsinformation.de, gesund.bund.de.
Ist das normal? Wann Bescheid geben?
Ist das normal?
Schwere, kribbelnde Beine, Zittern, Juckreiz oder ein Blasenkatheter mit PDA sind häufig und gehen vorüber. Ein bis zwei Tage wunder Rücken an der Einstichstelle ebenso.
Für Partner und Partnerin
Für die Partnerin oder den Partner
Während die PDA gesetzt wird, muss sie still sitzen, oft mitten in Wehen. Stellen Sie sich vor sie, lassen Sie sie sich an Ihnen festhalten und atmen Sie mit. Danach: Notieren Sie Fragen ans Team und helfen Sie beim Lagewechsel.
Was Eltern fragen
Wann ist der beste Zeitpunkt für eine PDA?
gesund.bund.de rät, sich zu entscheiden, wenn die Wehen noch nicht allzu stark sind, der Muttermund sich aber schon etwas geöffnet hat. Laut IQWiG ist eine PDA aber fast zu jedem Zeitpunkt möglich, auch bei vollständig geöffnetem Muttermund.
Kann ich mit PDA herumlaufen?
Ist die PDA gut eingestellt, ja. Fragen Sie vorab, ob Ihre Klinik eine sogenannte Walking-PDA anbietet. Je nach Dosierung können die Beine aber taub und kraftlos werden.
Schadet die PDA meinem Baby?
Spezielle Risiken für das Kind sind laut IQWiG nicht nachgewiesen, auch keine langfristigen Nachteile. Die Cochrane-Übersicht fand keinen Einfluss auf den Apgar-Wert oder auf Aufnahmen in die Kinderintensivstation.
Bekomme ich von der PDA Rückenschmerzen?
Nein, dauerhafte Rückenschmerzen sind nicht häufiger als ohne PDA. Ein oder zwei Tage kann die Einstichstelle wund sein.
Was, wenn doch ein Kaiserschnitt nötig wird?
Dann kann eine liegende PDA höher dosiert werden. Meist ist dann keine zusätzliche Narkose nötig.
Quellen
- gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Periduralanästhesie (PDA) und andere Medikamente gegen Schmerzen bei der Geburt geprüft am 13. Oktober 2026
- gesund.bund.de — Geburt, Abschnitt Periduralanästhesie (PDA) und Spinalanästhesie geprüft am 13. Oktober 2026
- gesund.bund.de — Geburtsvorbereitung (jede zweite Frau erhält eine Schmerzerleichterung) geprüft am 13. Oktober 2026
- NHS — Pain relief in labour (Epidural) geprüft am 13. Oktober 2026
- Anim-Somuah M. et al. (2018), Cochrane — Epidural versus non-epidural or no analgesia for pain management in labour (PMID 29781504) geprüft am 13. Oktober 2026
Mamavela informiert; dieser Ratgeber ersetzt weder Ihre Hebamme noch Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Kinderärztin, die Ihre Situation kennen. Rufen Sie im Zweifel dort an. Im Notfall: 112.