Zum Inhalt

Geburtsplan: Ihre Wünsche für die Geburt klar und flexibel festhalten

Ein Geburtsplan ist kein Vertrag, sondern ein Gesprächsangebot. Er hilft Ihnen, sich vorher zu informieren, und dem Team im Kreißsaal, Sie schnell zu verstehen.

Aktualisiert am 13. Oktober 2026 · Quellen geprüft am 13. Oktober 2026

Kurz gesagt

Ein Geburtsplan ist eine kurze schriftliche Liste Ihrer Wünsche für die Geburt: wer Sie begleitet, welche Schmerzlinderung Sie sich vorstellen, Positionen, was bei einem Kaiserschnitt wichtig ist und wie die erste Stunde mit Ihrem Baby aussehen soll. Besprechen Sie ihn beim Anmeldegespräch in der Klinik oder mit Ihrer Hebamme. Eine Seite reicht, und bleiben Sie offen, falls es anders kommt.

Was ein Geburtsplan ist, und was nicht

Ein Geburtsplan sammelt auf einer Seite, was Ihnen für die Geburt wichtig ist. Er ist kein Vertrag: Geburten verlaufen oft anders als erwartet, und medizinische Gründe können Änderungen nötig machen. Aber er hat drei echte Vorteile:

  1. Sie informieren sich vorher, in Ruhe, statt mitten in einer Wehe zu entscheiden.
  2. Ihre Begleitperson weiß, was Sie wollen, und kann es vertreten, wenn Sie selbst nicht sprechen mögen.
  3. Das Team versteht Sie schneller, auch nach einem Schichtwechsel.

gesund.bund.de, das Portal des Bundesgesundheitsministeriums, empfiehlt, Fragen und Wünsche vor dem Geburtsanmeldegespräch aufzuschreiben; was Ihnen wichtig ist, kann in Ihre Akte aufgenommen werden. Eine Übersicht randomisierter Studien von 2026 fand bei Frauen mit Geburtsplan häufiger eine vaginale Geburt und häufiger frühes Stillen (Am J Perinatol 2026). Ein Wundermittel ist er nicht, aber ein gutes Werkzeug.

Die Themen für Ihren Plan

Begleitung und Atmosphäre

  • Wer begleitet Sie? Partner, Partnerin, Freundin, Mutter, Doula, Beleghebamme?
  • Licht, Musik, Ruhe, möglichst wenige Personen im Raum?
  • Möchten Sie Fragen und Untersuchungen vorher erklärt bekommen?

Kontinuierliche Begleitung lohnt sich: Laut einer Cochrane-Übersicht gebaren Frauen mit durchgehender Unterstützung häufiger spontan, brauchten seltener Schmerzmittel und erlebten die Geburt seltener negativ (Bohren und Kollegen, 2017).

Bewegung und Positionen

  • Umhergehen, Gymnastikball, Wanne, Hocker, Vierfüßlerstand: was Sie ausprobieren möchten.
  • Wie Sie gebären möchten: in der Position, die sich für Sie richtig anfühlt. Mehr in Geburtspositionen.

Schmerzlinderung

gesund.bund.de nennt die Möglichkeiten in dieser Reihenfolge: Lagewechsel, Entspannungsbad, Umhergehen, Ball, Atem- und Entspannungsübungen, Akupunktur; leichte Schmerzmittel in der Eröffnungsphase, stärkere wie Opiate (nicht kurz vor der Geburt), Lachgas und die Periduralanästhesie (PDA). Schreiben Sie, was Sie sich vorstellen können, und ob Sie Schmerzmittel aktiv angeboten bekommen möchten oder lieber selbst danach fragen. Alles zur PDA: PDA bei der Geburt.

Eingriffe

  • Wie stehen Sie zu Wehentropf, Fruchtblase öffnen, Dammschnitt? Möchten Sie gefragt werden, bevor etwas geschieht?
  • Wenn eine Saugglocke nötig wird: Wer soll bei Ihnen bleiben?

Wenn es ein Kaiserschnitt wird

  • Begleitperson im OP?
  • Baby nach der Geburt auf Ihre Brust, wenn es beiden gut geht?
  • Bei geplantem Kaiserschnitt: Musik, Tuch senken, um die Geburt zu sehen? Siehe Kaiserschnitt.

Die erste Stunde

  • Baby direkt auf Ihre Haut, Wiegen und Messen später?
  • Wer durchtrennt die Nabelschnur, und haben Sie Wünsche zum Zeitpunkt des Abnabelns?
  • Erstes Anlegen in Ruhe, oder Sie möchten Fläschchen geben: beides wird respektiert.

Danach

  • Stillberatung gewünscht? Familienzimmer? Ambulante Geburt mit früher Heimkehr?

So besprechen Sie Ihren Plan

  1. Infoabend und Kreißsaalführung nutzen: Was bietet die Klinik an (Wanne, Lachgas, Hebammenkreißsaal, Familienzimmer)?
  2. Anmeldegespräch: Plan mitbringen, Fragen stellen, Wünsche in die Akte aufnehmen lassen.
  3. Mit der Hebamme in der Vorsorge oder im Geburtsvorbereitungskurs durchgehen.
  4. Eine Kopie in die Kliniktasche, eine für die Begleitperson.

Checkliste: Geburtsplan fertig

Eine ausfüllbare Vorlage mit allen Feldern finden Sie in Geburtsplan-Vorlage.

Ist das normal? Wann anrufen?

Ist das normal?

Angst vor der Geburt ist häufig, besonders beim ersten Kind. Sprechen Sie sie im Anmeldegespräch oder bei Ihrer Hebamme an: Viele Kliniken bieten dafür eigene Gespräche an.

Für Partner und Partnerin

Für die Partnerin oder den Partner

Lesen Sie den Plan vorher gemeinsam und fragen Sie nach: Was ist ihr wirklich wichtig, was ist verhandelbar? Im Kreißsaal sind Sie die Stimme für diese Wünsche, ruhig und freundlich. Und wenn es anders kommt, ist Ihre wichtigste Aufgabe, zu bleiben und zu erklären, was gerade passiert.

Was Eltern fragen

Ist ein Geburtsplan in Deutschland üblich?

Er ist keine Pflicht, wird aber gern gesehen. gesund.bund.de rät, Fragen und Wünsche vor dem Geburtsanmeldegespräch aufzuschreiben; was Ihnen wichtig ist, kann in Ihre Klinikakte aufgenommen werden.

Wie lang sollte ein Geburtsplan sein?

Eine Seite. Das Team im Kreißsaal liest ihn oft in einem ruhigen Moment zwischen zwei Aufgaben. Kurze Stichpunkte und klare Prioritäten werden eher berücksichtigt als lange Texte.

Was passiert, wenn es anders kommt als geplant?

Das ist häufig und kein Scheitern. Schreiben Sie in den Plan, was Ihnen auch bei Abweichungen wichtig bleibt, zum Beispiel dass Ihnen Entscheidungen erklärt werden oder dass Ihre Begleitperson bleiben darf.

Bringt ein Geburtsplan etwas?

Eine Auswertung randomisierter Studien von 2026 fand bei Frauen mit Geburtsplan häufiger eine vaginale Geburt und frühes Stillen. Vor allem hilft er, sich vorher gut zu informieren und Wünsche klar zu sagen.

Quellen

  1. gesund.bund.de — Geburt (Klinikwahl, Anmeldegespräch, Schmerzlinderung, Ablauf) geprüft am 13. Oktober 2026
  2. gesund.bund.de — Geburtsvorbereitung geprüft am 13. Oktober 2026
  3. familienplanung.de (BIÖG) — Geburtsvorbereitung geprüft am 13. Oktober 2026
  4. WHO — Recommendations, intrapartum care for a positive childbirth experience (2018) geprüft am 13. Oktober 2026
  5. The Role of Birth Plan in Shaping Maternal and Neonatal Outcomes, systematic review and meta-analysis of RCTs (2026), Am J Perinatol (PMID 41950955) geprüft am 13. Oktober 2026
  6. Bohren M. A. et al. (2017), Cochrane — Continuous support for women during childbirth (PMID 28681500) geprüft am 13. Oktober 2026

Mamavela informiert; dieser Ratgeber ersetzt weder Ihre Hebamme noch Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Kinderärztin, die Ihre Situation kennen. Rufen Sie im Zweifel dort an. Im Notfall: 112.

Weiterlesen