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Geburtspositionen: frei wählen, was Ihnen guttut

Es gibt nicht die eine richtige Geburtsposition. Die deutsche Leitlinie sagt es klar: Sie sollen die Haltung einnehmen können, die sich für Sie am besten anfühlt, und dabei unterstützt werden.

Aktualisiert am 13. Oktober 2026 · Quellen geprüft am 13. Oktober 2026

Kurz gesagt

Bewegen Sie sich in der Eröffnungsphase so, wie es Ihnen guttut: stehen, gehen, kreisen, knien oder auf der Seite liegen. Aufrechte Positionen verkürzten in Studien die Eröffnungsphase. In der Austrittsphase empfiehlt die deutsche S3-Leitlinie, die Rückenlage zu vermeiden und die als angenehm empfundene Position zu wählen. Auch mit PDA sind Seitenlage und aufrechtes Sitzen möglich.

Was die Leitlinie empfiehlt

Die deutsche S3-Leitlinie „Vaginale Geburt am Termin" (AWMF 015-083) sagt für die Eröffnungsphase: Die Gebärende sollte ermutigt werden, sich zu bewegen und die Position einzunehmen, die für sie am angenehmsten ist, und soll dabei aktiv unterstützt werden. Übereinstimmend war die Rückenlage in Studien die unkomfortabelste Position.

Für die Austrittsphase lautet die Empfehlung: Die Gebärende soll angehalten werden, die Rückenlage zu vermeiden, und motiviert werden, die Position einzunehmen, die sie als angenehm empfindet.

Positionen in der Eröffnungsphase

PositionSo geht'sGut, wenn …
Stehen, gehenAn die Wand, den Partner oder das Bett gelehntdie Wehen noch gut auszuhalten sind
Auf dem Gymnastikball kreisenBreitbeinig sitzen, Becken kreisen lassenSie Bewegung im Becken mögen
Vornüber gelehntArme auf Bett, Tisch oder Schultern der Begleitpersonder Rücken schmerzt, jemand massieren soll
Vierfüßler, KnienAuf Händen und Knien oder kniend über einem Balldas Köpfchen in den Rücken drückt
SeitenlageKissen zwischen den KnienSie sich ausruhen wollen oder eine PDA haben
Im WasserWanne oder Gebärbecken, wo angebotenWärme entspannt

Quellen: gesund.bund.de (Lagewechsel, Entspannungsbad, Gymnastikball), gesundheitsinformation.de (stehen, sitzen, hocken, liegen, herumgehen, Becken kreisen).

Positionen für die Pressphase

Als aufrecht gelten in den Studien unter anderem Sitzen (auch auf Stuhl oder Hocker), leicht zurückgelehntes Sitzen bis etwa 30 Grad und Hocken, mit oder ohne Hilfsmittel (AWMF-Leitlinie 015-083). Dazu kommen Knien, Vierfüßler und die Seitenlage. Flaches Liegen auf dem Rücken sollen Sie laut Leitlinie vermeiden. Welche Haltung es am Ende wird, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Hebamme, oft wechselt sie mehrmals.

Was die Studien zeigen

Eröffnungsphase: Eine Cochrane-Übersicht mit 25 Studien und 5218 Frauen fand, dass Frauen, die aufrecht und in Bewegung blieben, im Mittel eine etwa 1 Stunde und 22 Minuten kürzere Eröffnungsphase hatten, seltener einen Kaiserschnitt und seltener eine PDA (Lawrence und Kollegen, 2013). Mit PDA zeigten sich keine Unterschiede.

Austrittsphase ohne PDA: Eine Cochrane-Übersicht mit 30 Studien und über 9000 Frauen fand bei aufrechten Positionen weniger Saugglocken- oder Zangengeburten und weniger Dammschnitte, aber etwas häufiger einen Blutverlust über 500 ml und möglicherweise mehr Dammrisse zweiten Grades (Gupta und Kollegen, 2017). Die Autoren betonen, dass die Studien unterschiedlich gut waren.

Heißt: Aufrechte Positionen haben Vorteile, keine ist für alle richtig. Probieren Sie, wechseln Sie, hören Sie auf Ihren Körper und auf Ihre Hebamme.

Mit PDA

Auch mit PDA müssen Sie nicht flach liegen. Je nach Dosierung sind Seitenlage, aufrechtes Sitzen oder Knien mit Unterstützung möglich. Die Leitlinie berichtet von 8 Studien mit über 4400 Frauen mit PDA: Zwischen aufrechter Haltung und Seitenlage gab es keinen Unterschied bei operativen Geburten und der Geburtsdauer; Frauen, die aufrecht geboren hatten, waren etwas zufriedener.

Üben vor der Geburt

Ist das normal? Wann Bescheid geben?

Ist das normal?

Dass Sie ständig die Position wechseln wollen, nichts lange aushalten oder plötzlich nur noch liegen möchten, ist normal. Ihr Körper sucht, was gerade hilft.

Für Partner und Partnerin

Für die Partnerin oder den Partner

Sie sind das bewegliche Möbelstück: Schulter zum Anlehnen, Stütze beim Hocken, Hände am Kreuzbein. Fragen Sie in der Wehenpause: „Willst du was anders?" Und schieben Sie Kissen, Ball und Wasser in Reichweite.

Was Eltern fragen

Welche Geburtsposition ist die beste?

Die, in der Sie sich am wohlsten fühlen, und die darf sich im Lauf der Geburt ändern. Die Leitlinie empfiehlt, die Gebärende in ihrer Wahl aktiv zu unterstützen und in der Austrittsphase die Rückenlage zu vermeiden.

Geht eine aufrechte Position auch mit PDA?

Oft ja, zum Beispiel aufrecht sitzend oder in Seitenlage, je nachdem wie stark die Beine betäubt sind. In Studien mit PDA gab es zwischen aufrechter Haltung und Seitenlage keinen Unterschied bei der Rate operativer Geburten.

Ist Gebären im Vierfüßlerstand gut bei Rückenschmerzen?

Probieren Sie es aus. gesundheitsinformation.de schreibt, dass ein Positionswechsel die Beschwerden lindern kann, wenn das Köpfchen tief in den Rücken drückt. Vierfüßler oder Knien sind dafür eine Möglichkeit unter mehreren.

Quellen

  1. AWMF — S3-Leitlinie Vaginale Geburt am Termin (015-083), Empfehlungen 7.35 und 8.7 zu Positionen geprüft am 13. Oktober 2026
  2. gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Mit Geburtsschmerzen umgehen (Bewegung, Körperhaltung, Atmung) geprüft am 13. Oktober 2026
  3. gesund.bund.de — Geburt (Lagewechsel, Gymnastikball in der Eröffnungsphase) geprüft am 13. Oktober 2026
  4. Lawrence A. et al. (2013), Cochrane — Maternal positions and mobility during first stage labour (PMID 24105444) geprüft am 13. Oktober 2026
  5. Gupta J. K. et al. (2017), Cochrane — Position in the second stage of labour for women without epidural anaesthesia (PMID 28539008) geprüft am 13. Oktober 2026

Mamavela informiert; dieser Ratgeber ersetzt weder Ihre Hebamme noch Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Kinderärztin, die Ihre Situation kennen. Rufen Sie im Zweifel dort an. Im Notfall: 112.

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