Kleinkind-Schlaf: wie viel, wann und wie Ihr Kind gut einschläft
Quengeln beim Zubettgehen ist oft kein Trotz, sondern ein Zeichen, dass die Bettzeit nicht zum Schlafbedarf passt. Hier die Zahlen und ein einfacher Rechenweg.
Aktualisiert am 13. Oktober 2026 · Quellen geprüft am 13. Oktober 2026
Kurz gesagt
Kleinkinder schlafen mit etwa zwei Jahren im Durchschnitt 12 bis 13 Stunden pro Tag, mit drei bis vier Jahren oft 11 bis 12 Stunden, Mittagsschlaf eingerechnet. Abweichungen von bis zu zwei Stunden sind normal. Die passende Bettzeit ist die Aufstehzeit minus der Schlafbedarf Ihres Kindes. Ein festes, ruhiges Ritual in der letzten halben Stunde hilft beim Einschlafen.
Wie viel Schlaf braucht Ihr Kind?
Die Werte, die kindergesundheit-info.de verwendet, stammen aus einer großen Zürcher Langzeitstudie, die Kinder von der Geburt bis ins Jugendalter begleitet hat (Iglowstein und Kollegen, 2003). Es sind Durchschnittswerte pro 24 Stunden, Mittagsschlaf eingerechnet.
| Alter | Schlaf in 24 Stunden (Durchschnitt) | Tagesschlaf |
|---|---|---|
| 12 Monate | 14 Stunden | 2 und mehr Tagschläfe |
| 18 Monate | 13,5 Stunden | 1 Tagschlaf (96 % der Kinder) |
| 2 Jahre | 13 Stunden | 1 Tagschlaf (87 %) |
| 3 Jahre | 12,5 Stunden | 1 Tagschlaf (50 %) |
| 4 Jahre | 11,8 Stunden | 1 Tagschlaf (35 %) |
Quelle: kindergesundheit-info.de, nach Jenni, Iglowstein, Benz und Largo. Abweichungen von bis zu zwei Stunden sind laut der Fachstelle völlig normal. Die amerikanische Schlafmedizin gibt eine ähnliche Spanne an: 11 bis 14 Stunden für 1 bis 2 Jahre, 10 bis 13 Stunden für 3 bis 5 Jahre (Paruthi und Kollegen, 2016).
Die richtige Bettzeit: eine einfache Rechnung
Aufstehzeit minus Schlafbedarf = späteste Bettzeit. Wacht Ihr Kind regelmäßig um 7 Uhr auf und braucht etwa zehn Stunden Nachtschlaf, sollte es spätestens um 21 Uhr im Bett sein. Braucht es lange zum Einschlafen, legen Sie die Zeit etwas früher.
Viele Kinder liegen länger im Bett, als sie Schlaf brauchen, und quengeln dann beim Zubettgehen. Wenn Sie unsicher sind: Führen Sie zwei bis drei Wochen ein Schlafprotokoll (wann eingeschlafen, wann aufgewacht, wie lange Mittagsschlaf) und richten Sie die Bettzeit danach aus.
Abschied vom Mittagsschlaf
Mit 18 Monaten schlafen fast alle Kinder nur noch einmal am Tag, manche verzichten mit zwei Jahren schon ganz darauf. Zwischen drei und fünf Jahren endet der Mittagsschlaf bei den meisten. Die Faustregeln der Fachstelle:
- Erzwingen Sie den Mittagsschlaf nicht, streichen Sie ihn aber auch nicht, wenn Ihr Kind eindeutig müde ist.
- Ist Ihr Kind abends regelmäßig nicht müde, kürzen Sie den Mittagsschlaf oder lassen ihn weg.
- Wer mittags nicht mehr schläft, profitiert oft noch von einer Ruhepause: Buch anschauen, Hörgeschichte, auf dem Sofa liegen.
- Schläft Ihr Kind mittags, braucht es nachts entsprechend weniger.
Einschlafen leichter machen
- Tagsüber viel Bewegung, frische Luft und Anregung: Das macht wohlig müde.
- Abends keine anregenden Getränke wie Eistee oder Cola.
- Abendessen etwa eine Stunde vor dem Zubettgehen, nicht zu schwer.
- In der letzten Stunde keine Bildschirme und kein wildes Toben. Fernseher und Konsole gehören nicht ins Kinderzimmer.
- Müdigkeitszeichen ernst nehmen: Gähnen, Augenreiben, Überdrehtsein.
- Ein festes Ritual in der letzten halben Stunde: Singen, Vorlesen, Musik, der Tag in drei Sätzen.
- Regelmäßige Zeiten, auch am Wochenende mit wenigen Ausnahmen.
- Kuscheltier oder Schnuffeltuch in Reichweite: ein vertrauter „Elternersatz".
- Kühles, rauchfreies, ruhiges Zimmer; an heißen Tagen reicht eine dünne Decke oder ein Laken.
Unser Abendritual zum Ausdrucken
Ist das normal? Wann zur Kinderärztin?
Ist das normal?
Phasen mit nächtlichem Aufwachen, Albträume, ein Kind, das abends noch einmal herauskommt, oder Wochen, in denen der Mittagsschlaf mal klappt und mal nicht: Das ist im Kleinkindalter häufig. Auch die Schlafdauer schwankt von Kind zu Kind deutlich.
Für Partner und Partnerin
Für die Partnerin oder den Partner
Das Abendritual ist ideal zum Aufteilen: Wer tagsüber weniger Zeit mit dem Kind hatte, übernimmt das Vorlesen. Wichtig ist nur, dass der Ablauf bei beiden gleich bleibt. Und wenn das Kind nachts wach wird: abwechseln, damit beide Erwachsenen genug Schlaf bekommen.
Schläft Ihr Jüngstes noch im Babybett? Die Regeln für sicheren Babyschlaf stehen in Babyschlaf.
Was Eltern fragen
Wie viele Stunden schläft ein Zweijähriges?
Im Durchschnitt etwa 13 Stunden in 24 Stunden, Mittagsschlaf eingerechnet. kindergesundheit-info.de nennt für etwa zwei Jahre 12 bis 13 Stunden; Abweichungen von bis zu zwei Stunden sind normal.
Wann hören Kinder mit dem Mittagsschlaf auf?
Sehr unterschiedlich. Mit drei Jahren macht etwa die Hälfte noch einen Mittagsschlaf, mit vier Jahren etwa ein Drittel. Erzwingen Sie ihn nicht, streichen Sie ihn aber auch nicht, wenn Ihr Kind deutlich müde ist.
Mein Kind ist abends nie müde. Was tun?
Prüfen Sie mit einem Schlafprotokoll über zwei bis drei Wochen, wie viel es wirklich schläft. Ist es abends nicht müde, kann ein kürzerer Mittagsschlaf oder eine spätere Bettzeit helfen.
Darf ich meinem Kind etwas zum Schlafen geben?
Geben Sie Ihrem Kind nie auf eigene Faust Schlafmittel. Bei anhaltenden Schlafproblemen ist die Kinderarztpraxis die richtige Adresse.
Quellen
- kindergesundheit-info.de (BIÖG) — Schlafbedarf von Kindern 1 bis 6 Jahre geprüft am 13. Oktober 2026
- kindergesundheit-info.de (BIÖG) — Einschlaftipps für Kinder von 1 bis 6 Jahren geprüft am 13. Oktober 2026
- kindergesundheit-info.de (BIÖG) — Körperliche Beschwerden als Ursache von Schlafproblemen (Schnarchen, Schlafapnoe) geprüft am 13. Oktober 2026
- Iglowstein I. et al. (2003), Pediatrics — Sleep duration from infancy to adolescence, reference values and generational trends (PMID 12563055) geprüft am 13. Oktober 2026
- Paruthi S. et al. (2016), Journal of Clinical Sleep Medicine — Recommended Amount of Sleep for Pediatric Populations (DOI 10.5664/jcsm.5866) geprüft am 13. Oktober 2026
Mamavela informiert; dieser Ratgeber ersetzt weder Ihre Hebamme noch Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Kinderärztin, die Ihre Situation kennen. Rufen Sie im Zweifel dort an. Im Notfall: 112.