Alkohol und Koffein in der Schwangerschaft
Zwei Getränke, zwei sehr unterschiedliche Antworten. Bei Alkohol gibt es keine sichere Menge, Kaffee dürfen Sie in Maßen weiter genießen.
Aktualisiert am 13. Oktober 2026 · Quellen geprüft am 13. Oktober 2026
Kurz gesagt
In der Schwangerschaft gilt: kein Alkohol, denn für das ungeborene Kind ist keine Menge unbedenklich. Koffein ist in Maßen erlaubt: Bis zu 200 Milligramm am Tag gelten als unbedenklich, das sind etwa zwei große Tassen Kaffee. Energydrinks meiden Sie besser ganz. Wer vor dem Test getrunken hat, muss nicht verzweifeln, sondern ab jetzt verzichten.
Alkohol: warum null die einzige sichere Menge ist
Trinkt eine Schwangere Alkohol, hat ihr Baby innerhalb weniger Minuten denselben Blutalkoholspiegel. Es braucht aber viel länger, ihn abzubauen, weil seine Organe noch unreif sind (familienplanung.de). Alkohol ist ein Zellgift: Er hemmt die Zellteilung, stört die Hirnentwicklung und kann zu Organschäden, Wachstumsstörungen und späteren Verhaltensauffälligkeiten führen.
Die schwerste Form ist das Fetale Alkoholsyndrom (FAS), dazu kommen leichtere Formen, zusammengefasst als FASD. In Deutschland kommen laut familienplanung.de jedes Jahr mehrere Tausend Kinder mit alkoholbedingten Schäden zur Welt. Weltweit schätzt eine große Auswertung, dass etwa eine von 67 Frauen, die in der Schwangerschaft Alkohol trinken, ein Kind mit FAS bekommt (Popova et al., 2017).
Weil weder ein Grenzwert noch ein „sicheres“ Zeitfenster bekannt ist, empfehlen familienplanung.de, gesund.bund.de und das Netzwerk Gesund ins Leben übereinstimmend: in der ganzen Schwangerschaft keinen Alkohol. Am besten schon, wenn Sie schwanger werden möchten.
Versteckter Alkohol
- Soßen, Desserts und Süßigkeiten können Alkohol enthalten (Gesund ins Leben).
- Alkoholfreies Bier, Wein und Sekt haben oft Restalkohol: auf „0,0 Promille“ achten.
- Auch pflanzliche Arzneimittel, etwa manche Schlafmittel, enthalten teils Alkohol: in der Apotheke nachfragen.
Was beim Verzicht hilft
- Ein Lieblingsgetränk ohne Alkohol finden: Schorle, Ingwer-Limonade, alkoholfreier Sekt mit 0,0.
- Bei Festen vorher entscheiden, was Sie antworten, wenn jemand nachschenkt.
- Das kostenlose Onlineprogramm IRIS der Universität Tübingen und des BIÖG begleitet Schwangere beim Verzicht auf Alkohol und Nikotin, mit E-Mail-Beratung bei Bedarf.
- Fällt der Verzicht schwer, beraten Hebamme, Praxis und Suchtberatungsstellen vertraulich und ohne Vorwurf.
Koffein: in Maßen erlaubt
Hier ist die Antwort entspannter. Bis zu 200 Milligramm Koffein pro Tag gelten laut gesund.bund.de als unbedenklich.
| Getränk | Was 200 mg ungefähr bedeuten |
|---|---|
| Kaffee | etwa zwei große Tassen à 200 ml |
| Grüner Tee | etwa 1,3 Liter |
| Schwarzer, grüner, weißer Tee | Koffein schwankt stark mit Ziehzeit und Wassertemperatur |
| Kakao | enthält Koffein, je nach Qualität ähnlich viel wie grüner Tee |
| Energydrinks | in der Schwangerschaft ungeeignet, wegen weiterer Inhaltsstoffe wie Taurin |
Quelle: gesund.bund.de. Warum die Grenze: Zu viel Koffein scheint das Wachstum des Babys zu bremsen und das Geburtsgewicht zu senken; ab 300 Milligramm am Tag steigt laut gesund.bund.de das Risiko für eine Fehlgeburt deutlich. Eine Metaanalyse von 14 Studien fand pro 100 Milligramm mehr Koffein am Tag, etwa einer Tasse Kaffee, ein um 7 Prozent höheres Risiko für einen Schwangerschaftsverlust; bei geringem Konsum zeigte sich kein erhöhtes Risiko (Chen et al., 2016).
So bleiben Sie unter 200 mg
Rauchen und Cannabis: kurz und klar
Rauch und Nikotin schaden dem Baby, auch über Passivrauchen, E-Zigaretten, Vapes, Shishas und Nikotinbeutel. Cannabis birgt Risiken wie Wachstumsverzögerung und Frühgeburt, egal ob geraucht oder gegessen (Gesund ins Leben). Es ist nie zu spät aufzuhören: Das Risiko für Komplikationen sinkt deutlich, wenn werdende Mütter das Rauchen einstellen (gesund.bund.de).
Für Partner und Partnerin
Trinken Sie mit: alkoholfrei, zumindest bei gemeinsamen Abenden und Feiern. Rauchen Sie nicht in ihrer Nähe und nicht in der Wohnung, die Schadstoffe bleiben auch nach dem Lüften im Raum. Am meisten hilft, gemeinsam aufzuhören.
Ist das normal? Wann anrufen?
Ist das normal?
Ein Kaffee am Morgen ist erlaubt. Und wer vor dem positiven Test Alkohol getrunken hat, ist damit nicht allein; ab jetzt zählt der Verzicht.
Was Eltern fragen
Ist ein Glas Sekt zum Anstoßen wirklich schlimm?
Eine sichere Grenze ist nicht bekannt, und das ungeborene Kind hat innerhalb weniger Minuten den gleichen Alkoholspiegel wie Sie, baut ihn aber viel langsamer ab. Deshalb gilt laut familienplanung.de: „Eins ist keins“ gilt in der Schwangerschaft nicht. Alkoholfreier Sekt mit „0,0“ ist die Alternative.
Ich habe getrunken, bevor ich wusste, dass ich schwanger bin. Was nun?
Das passiert vielen. In den ersten Wochen nach der Befruchtung gilt laut familienplanung.de das „Alles-oder-nichts-Prinzip“. Wichtig ist, ab jetzt ganz zu verzichten. Sprechen Sie Ihre Sorge in der Praxis an.
Wie viel Kaffee darf ich trinken?
Bis zu 200 Milligramm Koffein am Tag, etwa zwei große Tassen (je 200 Milliliter) Filterkaffee. Denken Sie an weitere Quellen wie schwarzen und grünen Tee, Cola und Kakao.
Ist alkoholfreies Bier erlaubt?
Viele alkoholfreie Biere, Weine und Sekte enthalten noch geringe Mengen Restalkohol. familienplanung.de rät, auf den Hinweis „0,0 Promille“ zu achten.
Quellen
- familienplanung.de (BIÖG) — Alkohol und Schwangerschaft geprüft am 13. Oktober 2026
- gesund.bund.de — Schwangerschaft: Was ist erlaubt? (Koffein, Alkohol, Rauchen) geprüft am 13. Oktober 2026
- gesund.bund.de — Die richtige Ernährung in der Schwangerschaft (Koffein und Fehlgeburtsrisiko) geprüft am 13. Oktober 2026
- Netzwerk Gesund ins Leben — Gesund leben in der Schwangerschaft (Alkohol, Rauchen, Cannabis) geprüft am 13. Oktober 2026
- familienplanung.de (BIÖG) — Bin ich schwanger? (Alkohol vor dem Test, Alles-oder-nichts-Prinzip) geprüft am 13. Oktober 2026
- familienplanung.de (BIÖG) — 17. bis 20. Schwangerschaftswoche (frei verkäufliche Schlafmittel mit Alkohol) geprüft am 13. Oktober 2026
- Popova S et al. (2017), Lancet Global Health — Prevalence of alcohol use during pregnancy and fetal alcohol syndrome (PMID 28089487) geprüft am 13. Oktober 2026
- Chen LW et al. (2016), Public Health Nutrition — Maternal caffeine intake during pregnancy and risk of pregnancy loss (PMID 26329421) geprüft am 13. Oktober 2026
Mamavela informiert; dieser Ratgeber ersetzt weder Ihre Hebamme noch Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Kinderärztin, die Ihre Situation kennen. Rufen Sie im Zweifel dort an. Im Notfall: 112.